Eine Wanderung entlang der Zschopau

05.05.2012

1. Eine Wanderung entlang der Zschopau

Du lieber Himmel bin ich heut kaputt und lahm! Aber nicht nur das, ich bin auch zufrieden und stolz und ja, man kann sogar sagen, auch glücklich, denn ich habe eine für einen Parki ziemlich große Herausforderung angenommen.

Und ich habe durchgehalten! Und ich bin sehr, sehr froh darüber!

Aber von vorn! Ich bin Mitglied in einem Verein von Sportskanonen, der sich jedes Jahr zumindest einmal eine Wanderung ins Programm setzt.

In diesem Jahr waren 12 Kilometer über Stock und Stein entlang der Zschopau angesagt. Eine Herausforderung für jeden einzelnen von uns, noch mehr für alle, die mit einer Behinderung leben müssen.

Da hieß es, steinige Hänge hinaufkraxeln, dann wieder bis tief hinunter ins Tal laufen, immer einen Trampelpfad entlang am Wasser. Wer desöfteren wandern geht und sich da ein wenig auskennt, weiß schon, dass dies "kein Pappenstiel" ist.

Wir haben uns auf dem Parkplatz von Kriebstein, das liegt direkt an der Talsperre, so gegen 8:30 Uhr getroffen. Abmarschbeginn war 9:00 Uhr festgelegt und so nach und nach kamen alle Mitläufer herbei. Um 9:00 Uhr gab es ein gemeinsames Startfoto und dann ging es los.

Naja, noch nicht so ganz, denn bevor wir das Kriebsteingelände verließen war erst noch eine kurze Pause an einem gewissen Örtchen angesagt. Das war schon wieder notwendig geworden, denn nach einer halben Stunde herumstehen und warten, konnten die meisten nicht mehr auf eine ganz leere Blase vertrauen.

Nachdem wir nun auch noch von "dieser Last befreit" waren, machten wir uns endgültig auf den Weg. Entgegen allen Unkereien des Wetterberichts schien die Sonne und es versprach ein schöner Tag zu werden. Einige hatten genau wie ich ihre Nordic Walking Stöcke mit dabei.

Ich weiß, dass diese Stöcke mir schon so manchen guten Dienst geleistet haben und es würde mir gar nicht in den Sinn kommen, sie zu Hause in einer Ecke stehen zu lassen, während ich vorhabe, auf Wanderung zu gehen.

Die erste Hürde ließ gar nicht lange auf sich warten, alle mussten einen ersten steinigen Aufstieg überwinden, um weiter zu kommen. Hier teilte sich die Gruppe schon ein erstes Mal, denn so gemischt wie sie war, nahmen Ältere als auch Jüngere an dieser Wanderung teil.

So war es nicht verwunderlich, dass sich an dem ersten Aussichtsplatz, auf dem eine grob zusammengezimmerte Bank stand, nur ein Teil unserer Truppe zusammenfand.

Der Hauptteil der Gruppe hatte es nicht so schnell geschafft, nach dem Klettern wieder Anschluss an die Vorläufer zu bekommen.

2. Einige waren immer vorn, andere immer hinten!

So verging der ganze Vormittag: einige waren immer ganz vorn mit dabei, die anderen kamen in ihrem eigenen Schrittmaß nachgezogen und ließen sich auch nicht aus ihrem Trott herausbringen.

Bis jetzt war ich immer noch eine der ersten und unser Wanderführer bescheinigte mir eine ausgezeichnete Fitness. Auch als es noch wärmer wurde und wir zum größten Teil unsere Jacken auszogen, um nicht gar zu sehr zu schwitzen blieb das so.

Nach ca. 9 km über Stock und Stein waren wir an jener Gaststätte angekommen, die das Mittagessen für uns bereit hielt.

Jetzt konnten wir verschnaufen, etwas essen und trinken und uns ein wenig erholen. Das Ganze war gut vorbereitet, so dass wir nach einer Stunde wieder aufbrachen, dieses Mal in Richtung Fähre, die uns über die Zschopau bringen sollte.

Nachdem alle übergesetzt waren, wurde der Weg zunächst immer steiler und steiniger. Und jetzt fingen auch meine Schwierigkeiten an, der linke Fuß knickte immer wieder weg, so dass im ganzen linken Bein eine üble Schwäche bemerkbar wurde und ich immer mehr Gefahr lief, umzuknicken und dabei vielleicht auch gleich mal diese steilen Abhänge hinunterzufallen, eine Aussicht, die nicht gerade berauschend erschien.

Und ausgerechnet jetzt wurde der Weg immer unebener und steiler und es begann auch noch zu regnen!

Als ich unseren Wanderführer um eine feste Binde bitten musste, weil der linke Fuß nur noch wegknickte und mir das Laufen immer schwerer fiel, war es natürlich vorbei, immer als erste vorneweg zu marschieren.

Nachdem der Fuß noch zweimal nachgewickelt werden musste, konnte ich den anderen, die inzwischen vorbeigelaufen waren, nur noch hinterherhumpeln und traf als letzte an der Bootsanlegestelle ein, von wo aus es wieder Richtung Kriebstein gehen sollte, damit alle wieder am Ausgangspunkt waren, denn dort waren auch die Autos geparkt, mit denen es wieder nach Hause ging.

Ich selber habe mir das letzte Stück erspart, denn ich hatte zu Hause angerufen, dass ich von der Bootsanlegestelle in Falkenhain abgeholt werden möchte.

Das klappte auch wunderbar, zu Hause angekommen ging es unter die heiße Dusche, dann habe ich mich in mein Bett verkrochen und war vor heute früh nicht wieder herauszubekommen, fix und fertig und ko wie ich war.

Und trotzdem bin ich stolz und glücklich über meine "Leistung" und sage mir, auch wer gesund ist,

das soll mir erst mal jemand nachmachen!