Kontrolluntersuchung - 2. Teil

Fortsetzung

28.03.2011

Dann war es soweit, sie kam pünktlich und schaltete aus. Ich merkte nur erst mal, dass Strom durch den Körper floss, ein seltsames Gefühl, es kribbelte am ganzen Körper und es war unangenehm.
Nachdem sich dies beruhigt hatte und das Stromgefühl abflaute, da war auf einmal Sir James wieder da. Oh, und er genoss es, dass er wieder da sein konnte. Er sprühte nur so vor Ideen, die Arme und Hände schüttelte er so sehr, dass die Amplitude der Schwingungen immer größer wurde und, wenn Personen in der Nähe gewesen wären, hätten sie deshalb in Deckung gehen müssen, Sir James hatte anscheinend Lust darauf zu sehen, wie ich jemanden verprügele.

Dann fing der ganze Körper an zu zittern bis hinunter in die Zehen, die dann auch gleich noch verkrampften. So lag ich auf dem Bett, wieder kamen die Schwestern ins Zimmer, denn nun war ja Frühstückszeit und meine Zimmerkollegin bekam zu essen und zu trinken.
Sie schauten auch zu mir hin, aber wenn ich dachte, da käme mal ein Wort des Mitgefühls oder vielleicht so ein Satz wie: Können wir irgendwie helfen, dann befand ich mich mal wieder so ganz sehr in meinen Träumen von einer heilen Welt im Klinikum. Nicht eine einzige brachte ein Wort heraus und mich hatte Sir James mal wieder voll umklammert.

Als eine Stunde vergangen war, kam die Frau Dr. Praktikantin zurück, um mich abzuholen. In der Zwischenzeit hatte sich mein Körper so sehr verkrampft, dass ich nicht mehr richtig laufen konnte.
Aber, die nette Praktikantin hatte vorgesorgt und war mit einem Rollstuhl gekommen, um mich nach unten zu bringen.

Natürlich waren auch jetzt noch viele Fragen zu beantworten, der Papierkram wollte kein Ende nehmen und außerdem waren die obligatorischen Parkinsonübungen in diesem Zustand zu absolvieren.
Wurde natürlich nichts, Sir James hatte mich total im Schwitzgriff, es ging gar nichts mehr.

Ich dachte schon, in dieser Situation schaffst du es niemals auf den Kipptisch, aber es ging alles.

Leider konnte ich dieses Mal nicht die gesamte Zeit dort oben verbringen.

Mein linkes Bein tat unheimlich weh und obwohl mir genauso wie am Tag zuvor gestattet worden war, es zu bewegen, es mal anzustellen und wieder abzulegen, konnte ich den Schmerz kaum aushalten.

Ich fühlte nur noch den Schmerz und freute mich darauf, dass mein Stimulator wieder zugeschalten würde.
Als es endlich soweit war, war ich glücklich, ich hatte wieder so ein Gefühl, als könnte ich die
Welt einreißen und ich kann immer wieder nur sagen:

Meine Entscheidung für die THS war richtig, ich würde es jederzeit wieder mit mir machen lassen, das einzige, was ich bereue ist, nicht schon früher von dieser Methode Gebrauch gemacht zu haben.
Seit dieser OP kann ich zum Glück besser schlafen, sonst hätte ich sicher die ganze Nacht kein Auge zugemacht. Da ich bis abends 22:00 Uhr meine Medikamente nehmen durfte, war es eine "normale" Nacht, auch wenn ich mir Gedanken machte, ob da nicht irgendeine Verschlechterung zurückbleiben könnte, wenn der Stimulator über Stunden ausgeschalten ist.

Ich beschloss, nicht mehr daran zu denken, denn die Ärzte würden es sicher nicht darauf anlegen, meinen Zustand wieder zu verschlechtern. Aber ich war doch sehr zeitig wieder wach, von halb drei Uhr an konnte ich nicht mehr schlafen.

Sonst gehe ich ins Bad und mach mich schon für den Morgen fertig aber, wenn man noch eine Zimmernachbarin hat, ist Rücksichtnehmen angesagt. Also habe ich gewartet bis es halb 6 Uhr war und bin dann im Bad verschwunden.

Das Waschen ging nicht gut, das Blutdruckkontrollgerät störte immer wieder und war so straff, dass ich wirklich nur die rechte Hand gebrauchen konnte.

Aber schließlich war meinem Erfrischungs- und Verschönerungsdrang genüge getan und ich konnte mich anziehen und mich seelisch und moralisch darauf vorbereiten, dass 7:30 Uhr die Frau Dr. Praktikantin zur Stelle war, um den Stimulator auszuschalten.

Eine Stunde später wollte sie dann wieder da sein, um mich zu den nächsten Untersuchungen abzuholen.