06.09.2011

Glück gehabt

Nun, ich hatte mir einen guten Ausgang gewünscht, war aber völlig unsicher, was letzt-endlich bei dieser Behandlung herauskommen würde. Es wäre ja schön, wenn ich den Ärzten hinterher klarmachen könnte, dass sie hier in diesem Fall gottsjämmerlich versagt hatten und dass trotz der gesamten medizinischen Technik, die ihnen, speziell in der Uniklinik zur Verfügung steht.

Aber, die Schmerzen waren soweit eingeschränkt, dass ich auch in den nächsten Tagen den Konsum meiner Schmerztabletten so weit reduzieren konnte, dass ich ihn als "normal" empfand, was heißt, ich brauchte wesentlich weniger an Medikamenten, um halbwegs ohne diese quälenden Schmerzen über den Tag zu kommen.

Im Einklang damit konnte ich endlich auch wieder meine Parkinsonmedikamente normalisieren und damit auch wieder beweglicher durch die Gegend turnen.
Das brauchte ich auch, denn - ein Unglück kommt ja bekanntlich selten allein.

An irgendeiner Stelle habe ich schon mal erzählt, dass ein kleines, süßes Bolonka-Mädchen inzwischen bei mir zu Hause ist. Sie ist noch ein Baby - ein Welpe - und muss noch arg beauf-sichtigt und erzogen werden.

In den ersten Wochen war es erst einmal mit am Wichtigsten, dass sie lernte, "pfützeln und ein Würstel machen", dass darf sie nur draußen und das hieß, alle 2 Stunden bei jedem Wind und Wetter raus in die Natur mit ihr! Am Anfang klappte es auch wunderbar, die Monika und ich gingen abwechselnd.

Am Sonnabend vor 5 Wochen schlug dann das Schicksal unbarmherzig zu.

Es hatte den ganzen langen Tag über geregnet. Gegen 17:00 Uhr war die Monika dran, mit Fine draußen eine Runde zu drehen.

Gleich hinter unserem Haus gibt es eine herrliche Wiese, herrlich, weil ganz viel Klee und Kräuter hier wachsen, wenn die Sonne scheint ist das ein Blumenmeer und für Fine das reinste Paradies.

Hier kann sie überall schnuppern, wie ein kleines Häschen mit ihren kurzen Beinchen durch das hohe Gras springen und wenn es sonnig ist, sich einfach in den weichen Klee legen, das Näschen schnuppernd nach allen Seiten zu drehen und sich herzlich wenig daran zu stören, dass wir ja eigentlich gleich wieder ins Haus wollten.

Den Regen mag sie allerdings auch nicht so sehr. Also, schnell pfützeln und wieder nach Hause!
Die Wiese fällt zum Haus hin leicht ab und ein Stück weiter hin gibt es sogar eine kleine Treppe. Aber, da muss man ja ein Stückl weiter laufen, wenn man diese benutzen will, deshalb sind wir bis dahin immer diese kleine Böschung hinab gelaufen.

Dieses Mal jedoch war das Gras sehr nass und obwohl die Monika festes Schuhwerk an hatte, rutschte sie weg, fiel, hörte im Fallen schon ein Knacken und dann lag sie auf dem Boden, den linken Fuß ganz entsetzlich verdreht und rief um Hilfe.Es dauerte schon eine Weile, ehe der Rettungswagen kam und die Monika mit ins Krankenhaus nahm.

In der Zwischenzeit hatte ich Fine wieder "eingefangen", Decke und einen Regenschirm rausgebracht, eine Tasche fürs Krankenhaus gepackt und bin ansonsten ziemlich ratlos und wie ein aufgescheuchtes Huhn durch die Gegend gelaufen.

Dann war endlich der Rettungswagen da, die begleitende Ärztin sagte noch: "Bloß gut, dass sie die Patientin haben gleich hier liegen lassen, es wäre sonst vielleicht noch schlimmer geworden!"

Nachdem sie eine aufblasbare Manschette um den verletzten Fuß gewickelt hatten, konnten sie die Patientin endlich auf eine Trage legen und ins Auto verfrachten.So, und dann war ich mit Fine allein! Es war in den nächsten Tagen erst mal nicht so einfach, einen Rhythmus zu finden, der meinem Parki, all den anderen Wehwehchen, die sich im Laufe der Zeit so eingestellt haben, aber auch der Fine gerecht wurde.

Der Unfall war am Sonnabend passiert, am Mittwoch und Freitag in dieser Woche war ich die ersten beiden Male beim Chiropraktiker und wirklich heilfroh, dass ich auf diesen Gedanken gekommen war, denn die Schmerzen waren sehr schnell zurückgegangen.

Mit so einem schnellen Erfolg hatte ich nun auch wieder nicht gerechnet, ich kann aber nicht umhin anzuerkennen, dass es mir von Tag zu Tag wesentlich besser geht.

Das heißt nicht, dass ich meine Skepsis jetzt aufgegeben habe. Ich bin leider so ein Mensch, der sich erst voll von allem überzeugen lassen muss, ehe er glaubt!Dass ich in so einem Fall misstrauisch bleibe, ich denke, das ist Veranlagung, die kann man so schnell nicht aufgeben, zumal man immer wieder von irgendeiner Sache oder, schlimmer noch, von einzelnen Menschen enttäuscht wird.

Fest steht jedenfalls, ich nehme kaum noch eine Schmerztablette, alles andere kommt auch wieder ins Lot und wenn ich auch wechselweise immer mal wieder noch Rückenschmerzen habe, sie sind längst nicht mehr so stark.
Ich werde sehen, wie es weiter geht, bis jetzt habe ich mal wieder Glück gehabt, denn ich weiß inzwischen, es hat nicht bei jedem so gut geklappt.

Für mich war es jedenfalls die richtige Entscheidung, auch wenn die Schmerzen vielleicht mal wieder stärker werden, dass ich diese Zeit jetzt gut über die Runden gebracht habe, schon das hat mir wesentlich weiter geholfen.