Hat Sir James nun doch gewonnen?

17.12.2011

Hat Sir James nun doch noch gewonnen?

Ich weiß gar nicht so richtig, womit am besten anfangen. Vielleicht damit, dass ich mir für dieses Jahr noch einen Termin in der Uniklinik Dresden holen musste, weil ich allein nicht mehr so richtig zurechtkomme.

Sir James hat mal wieder die Oberhand gewonnen und wenn ich jetzt nichts unternehme, so ist jedenfalls mein Eindruck, bleibe ich auf der Verliererseite stecken.

Es reicht schon, dass ich jeden Tag nur mit Müh und Not und ganz viel Kraftaufwand, um meinen inneren Schweinehund zu besiegen, mich an meine täglichen sportlichen Übungen mache.

Die Glieder und Knochen sind so verdammt schwer, dass sie sich kaum bewegen wollen. Hier kann von Herzattacken und Überlastungssyndromen bei irgendwelchen sportlichen Übungen wirklich keine Rede sein, denn in diesem Tempo, das im Moment nur noch möglich ist, kann man nur von einem Überwindungs-syndrom sprechen.

Aber jetzt will ich erst einmal zusammenfassen, warum ich hier heute so herumjammere.

Wer sich erinnern kann, das Letzte, was ich in puncto Schmerzen, konkret Rückenschmerzen unternommen hatte, war mein Gang zu einem Chiropraktiker, der meinen Rücken und dazugehörige Beschwerden zwar nicht ganz und gar schmerzfrei bekam, der mich aber soweit brachte, dass ich nicht mehr 10 - 15 Schmerztabletten pro Tag einnehmen musste.

Ich habe dann nach einiger Zeit die Behandlung erst einmal auslaufen lassen und das aus zweierlei Gründen:

Erstens weiß ich, dass ich als Parki, bei denen die Muskeln ständig zusammenkrampfen, nie ganz und gar schmerzfrei sein werde.

Ich habe diese Rückenschmerzen, die vor allem auch in mein linkes Bein ausstrahlen schon vor meiner Parkizeit gehabt, wenn es sowas gäbe, würde ich einfach behaupten, diese starken Rückenschmerzen, mit denen ich es vor meiner "Parkikarriere" zu tun hatte, hätten diese Krankheit überhaupt erst ausgelöst.

Natürlich wird jeder Neurologe das als dummes Zeug abtun, aber wenn auch Tabletten bzw. Medikamente einen Parkinson auslösen können, dann empfinde ich diesen Gedankengang überhaupt nicht als abwegig.

Und was die starken Rückenschmerzen betrifft, hat der Chiropraktiker doch eine ganze Menge getan, um dem abzuhelfen.

Der zweite Grund, die Behandlung erst mal auslaufen zu lassen, ist, dass solche Behandlungen nicht von der Krankenkasse übernommen werden.

Ich habe mich eines Tages sagen hören, dass ich es erst mal bei dem damaligen Zustand belassen möchte, weil ich das Ganze finanziell nicht mehr verkraften kann.

Das ist nun eine ganze Weile her und mein Rücken gibt immer noch Ruhe. Aber die Schmerzen im linken Bein haben sich wieder arg verstärkt, dazu wieder Missem-pfindungen und beides zusammen soweit, dass ich wieder kaum etwas länger stehen oder laufen kann. Ein Grund, mich mal wieder bei meiner Orthopädin zu melden, die ich schon 2 Jahre nicht mehr aufgesucht habe.

Aber, das ist leider noch nicht alles. Mein Neurologe hat mir immer freie Hand gelassen, was meine Parkimedikation betrifft. Bitte das jetzt nicht falsch zu verstehen, er hat ein "Gerüst" vorgegeben, dass ich je nachdem, was ich an "Höchstleistungen" gerade vollbracht hatte, also ob ich durch meine Tätigkeiten mehr oder weniger von diesem Dopamin verbraucht habe, dementsprechend ergänzen konnte

Das hat auch immer wunderbar funktioniert, auch nach dieser Tiefenhirnstimulation. Aber seit einiger Zeit werde ich wieder zappelig, das heißt überbeweglich, wenn ich in meinem normalen Rhythmus meine Medikamente einnehme.

Dazu kommt, dass ich das Gefühl habe, dass sich dabei auch mein ganzes Gesicht verzieht, der Mund vor allem und die Augen. Es ist etwas sehr Unangenehmes, dazu im Kopf ein Gefühl, das ich beim besten Willen nicht beschreiben kann.

Also warte ich immer mit der Medikamenteneinnahme, bis sich etwas Steifigkeit einstellt. Allerdings ist dann der Medikamentenpegel schon so weit abgesunken, dass ich dann auf einmal völlig steif bin, mich kaum noch bewegen kann, also auch sehr, sehr schlecht laufe, die Arme nicht mehr hochbekomme, die ganze Haltung und der Gesichtsausdruck jetzt wirklich nach Parki aussieht, etwas, was ich immer vermeiden wollte und wogegen ich immer angekämpft habe.

Mit dem weniger an Medikamenten bekomme ich auch noch schlechter Luft, ich verschlucke mich andauernd und beiße mich auch ständig auf die Lippen.

Was für mich mit am schlimmsten ist, das ist das langsame Schreiben hier, die vielen Fehler, die wieder ausgemerzt werden müssen, weil die Hände so sehr schwer sind und die Finger ständig an irgendwelchen Tasten hängenbleiben.

Wenn ich etwas markieren möchte, dann dauert es eine Ewigkeit, der Cursor rutscht immer wieder weg und auch die Konzentration lässt sehr zu wünschen übrig.

An diesem Text hier schreibe ich schon einige Tage, wäre so hintereinander weg gar nicht möglich im Augenblick.

Und nicht nur hier lassen Konzentration und Interesse nach. Während ich vorher sehr daran interessiert war, wie es mit dem Paol-Verein nun weitergeht, bin ich seit einiger Zeit kaum noch dort auf den Seiten zu finden.

Aber auch die vielen Beiträge, die auf Chronisch Leben verfasst werden, überfordern mich im Augenblick total.

Meine Motivation, an vielem teilzunehmen, um wenigstens den Geist wachzuhalten, lässt jetzt wirklich sehr zu wünschen übrig.

So, ich finde, da bin ich grad dabei, in ein tiefes Loch abzusacken. Mein Rettungsanker ist der 19. 12.

 

Ich habe die Hoffnung, dass ich dann von den Ärzten dort in der Uniklinik Dresden wieder aufgefangen werde, ich werde darüber berichten.