13. Kleines Geschichtenallerlei

10. Kleines Geschichtenallerlei

    1. Bewegung ist gut!?


Bewegung ist gut? Das sagt man so im Allgemeinen. Und Kranke und gerade Parkis müssen sich bewegen, so dröhnt es aus allen Ecken. Und dieses Gedröhne aus allen Ecken hat bis jetzt auch meine Zustimmung gefunden. Mir ist es schon sehr schlecht gegangen, die Beweglichkeit betreffend.
Jedes Mal habe ich dann gedacht und mir gesagt, du musst dich unbedingt bewegen! Und immer hat es meine Gedanken bestätigt, Bewegung tut gut und bei Bewegung erhole ich mich wieder. Seit vorgestern bin ich mir da nicht mehr so sicher.

Aber vielleicht der Reihe nach. Meine Freundin und ich wollten mal wieder ein Stück Fahrrad fahren, natürlich auf meine Initiative hin, ich habe schon seit Tagen gedrängelt. Ich würde ja auch allein mit dem Fahrrad durch die Gegend fahren, aber allein, da spricht so einiges dagegen.

Erst einmal, die Fahrräder stehen im Keller und ich habe einfach keine Kraft mehr, sie allein hoch zu holen. Wenn ich es wirklich mal schaffe, dann bin ich hinterher so saft- und kraftlos, dass ich mich hinlegen muss, dann ist nichts mehr mit Fahrrad fahren. Also brauche ich schon hierbei Hilfe. Dann, ich habe seit Monaten enorme Gleichgewichtsstörungen. Natürlich versuche ich da immer auszugleichen und es mir nicht anmerken zu lassen, meistens klappt es, dass ich gegensteuern kann. Aber vor zwei Tagen, da war es eben anders. Wir haben die Räder aus dem Keller geholt, das Körbchen für Fine an Monikas Fahrrad angebracht.

Nun, ich wohne in einem Neubaugebiet. Beim Körbchen anbringen, hielten schon einige ältere Damen aus der Nachbarschaft an und konnten sich gar nicht beruhigen, wie schön das wäre, das wir extra so ein Körbchen gekauft hatten und als ich Fine dann in das Körbchen setzen wollte, nahm das Wundern gar kein Ende, wie süß das aussieht und wie wohl die Fine sich fühlen müsste.

Ich wollte nur noch schnell weg, also gab ich Kommando los jetzt und dann ging es los. Der Wind pfiff uns ein bissel um die Ohren, aber es war schönes Wetter und es machte soviel Spass, sich mal wieder zu bewegen und dabei auch so viele Kilometer zurücklegen zu können,  wie es sonst gar nicht mehr möglich war.

Das Laufen macht in letzter Zeit nicht mehr so viel Freude. Die Schmerzen, die vom Rücken in die Beine ziehen sind so sehr stark, dass mir die Freude am Laufen vergällt ist. Zudem ist es so, dass ich nicht mehr sehr weit komme, dann kann ich keinen Schritt mehr weiter laufen, die Schmerzen sind so stark, dass ich einfach keinen Schritt mehr vor den anderen gehen kann.
Was solls! Ich kann nur sagen, es war ein tolles Gefühl, so durch die Gegend zu fahren, ich konnte nicht genug bekommen und es ging immer weiter.

Wir mussten an einer Abfahrt anhalten, also tat ich das und stieg ab. Auf einmal fing ich an zu taumeln und wenn es einmal so weit ist, kann ich mich nicht mehr halten und lag im nächsten Moment auch schon auf dem Boden. Die Monika hat, ohne das es beleidigend gemeint ist,  in manchen Dingen eine ziemlich lange Leitung und sie mussste ja auch erst mal vorsichtig ihr Rad wegstellen, denn mit ihrem Passagier, Fine hockte in ihrem Körbchen und schaute sich neugierig überall um, ging das nicht so schnell. Sie half mir hoch, denn trotzdem ich zappelte und versuchte hoch zu kommen, ging das nicht allein. Ich hatte mir nicht allzuviel getan, der eine Knöchel war ein wenig abgeschürft, ich zog ein paar Hautfetzen ab und dann ging es weiter. Der Sturz war schnell vergessen,wir fuhren weiter und die Tour hatte nichts von ihrem Reiz eingebüßt. Wir waren noch eine ganze Weile unterwegs, dann ging es Richtung nach Hause. Dort angekommen, hatte ich ausgerechnet wieder Schwierigkeiten, vom Fahrrad abzusteigen.

Also knallte ich mit Rücken und Hinterkopf auf den Asphalt und kam wie immer nicht mehr hoch. Aber, hier waren schnell einige Helfer da, die zuerst das Fahrrad hochhievten (es lag auf mir rum) und dann mich.

Nach einigen besorgten Fragen, ob sie nicht einen Arzt holen oder mich ins Krankenhaus fahren sollten und meiner Ablehnung, ging ich ins Haus. Ich hatte nach dem Sturz eigentlich nicht sehr viel gemerkt, jetzt sah ich, dass der linke Ellenbogen stark blutete und auch schon ganz schön dick geworden war. Was mir aber mehr Sorgen machte, mir wurde es schwindlig, der Boden schwankte hoch und runter, ich hatte leichte Kopfschmerzen bekommen und vor allem, ich konnte nicht ohne große Schmerzen meinen Kopf nach links drehen, genau nach der Seite, wo die Drähte hinunter in den Bauchraum zu meinem Akku verlaufen. Ich hatte Sorge, mit meiner THS wäre irgendetwas passiert, also ließ ich mich doch noch ins Krankenhaus chauffieren, um alles kontrollieren zu lassen. Nach cirka 2 reichlichen Stunden wurde mir dann von der Ärztin mitgeteilt, dass meiner THS nichts passiert wäre, dass sie mich aber wenigstens eine Nacht zur Überwachung im Krankenhaus behalten wollten. Das habe ich abgelehnt und nachdem sie noch ein Radfahrverbot für mich ausgesprochen hatte, durfte ich dann endlich wieder gehen. Wohl fühle ich mich heute noch nicht, ich kann gar nicht beschreiben, wo ich überall Schmerzen habe und der Kopf macht auch nicht richtig mit, aber eines steht auch fest, ich lass mir das Fahrradfahren nicht verbieten.
Ich werde sehen, dass ich dort fahren kann, wo ich den Verkehr nicht allzu sehr behindere und vor allem, ich werde mir einen Fahrradhelm zulegen, mit meiner THS ist es mir nicht so ganz geheuer. Aber Aufgeben, das kommt nicht in Frage, schließlich muss man sich doch bewegen. Und was die Stürze anbetrifft, ich habe sie anscheinend jetzt gepachtet, passiert mir auch oft ohne Fahrrad! Also was soll da das Verbot!

 2. Kindheitserinnerungen

Irgendwann, ich war noch jung und ungezügelt, hatte ich mal wieder eine Idee! Mir fiel des öfteren etwas ein und, das muss ich heute zu meiner Schande gestehen, es waren meistens Dinge, womit ich andere ärgern konnte.

Ich hatte ja schon erwähnt, dass ich bei meinen Großeltern aufgewachsen bin. Wir hatten damals Nachbarsleute, die mich immer wieder voll in Anspruch nahmen. Die Familie hatte 12 Kinder, die immer so herrlich zotige Worte benutzten, wie ich sie gar nicht kannte. Und wenn ich sie dann zu Hause benutzte, ohne zu wissen, was ich da sagte, gab es regelmäßig ein Donnerwetter. Aber, das machte die ganze Sache nur noch geheimnisvoller für mich. Ich musste unbedingt herausfinden, was es mit dieser Familie auf sich hatte. Also legte ich mich detektivmäßig auf die Lauer!
Was dabei herauskam, war allerdings nicht das, was ich erwartete. Ich wollte einen Grund finden, um die ganze Familie ordentlich ärgern zu können. Ich weiß heute nicht mehr warum, aber ich wollte böse sein. Da drüben im Haus turnten schon 12 Kinder herum, aber die Frau Zether, wie ich sie nannte, bekam schon wieder ein Baby. Ich war nicht mehr so ganz klein und hatte nur eines verstanden, wenn ich die Erwachsenen belauschte, Die arme Frau kann einem leid tun, bekommt ein Kind nach dem anderen, ist selbst nur noch Haut und Knochen, weil sie alles, was sie zu essen kaufen konnte, ihren Kindern gab. Ich dachte, warum denn sowas, sie hat doch einen Mann! Und der war sogar mal Vorsitzender der LPG. Allerdings war er schon vor einer ganzen Weile abgesetzt worden, er sprach mehr als er vertragen konnte, dem Alkohol zu. Bis dahin hatte ich mir darüber kaum mal Gedanken gemacht. Ich hatte ihn zwar schon öfters , sein Fahrrad schiebend und taumelnd und torkelnd, nach Hause kommen sehen, aber das war nur ein Grund mehr für uns Kinder, sich über die Familie lustig zu machen.
Wie unbarmherzig Kinder doch sein können! Wenn Herr Zether so nach Hause kam, mussten die Kinder ihm immer aus dem Weg gehen, er nahm alles, was er in die Hände bekam und schlug auf sie ein. Wir anderen hatten uns schon so manches Mal über die vielen blauen Flecke und die Schrammen gewundert, die sie hatten, aber sie schwiegen alle darüber, wo die her waren. Frau Zether musste in der Nähe bleiben, er behandelte die Frau als wäre sie sein Eigentum, wie ein Stück Holz. Wenn ihm etwas nicht passte, schlug er sie und wenn ihm danach war, dann vergewaltigte er sie. Langsam dämmerte es mir, warum die Familie so viele Kinder hatte und mir dämmerte noch etwas anderes, nämlich, dass ich mich schämen müsste wegen meiner bösen Absichten. Mir waren Mann und Frau und auch die Kinder nach wie vor nicht sonderlich sympatisch, dort wurde nur herrumgebrüllt und gezetert, normal unterhalten konnten sie sich gar nicht mehr.
Aber diese dumme Idee damals hat mich dazu gebracht, genauer hinzuschauen, nicht mehr einfach so herumzuspekulieren und vor allem auch, nicht alles nach dem ersten Schein zu beurteilen.
Das war so ein Moment, an dem ich Abschied genommen habe von meinen kindischen Ideen!

  3. Der Herbst ist die Zeit zum Pilze suchen

Der Herbst ist die Zeit der Pilzsucher. Natürlich ist es unterschiedlich, wann die"Pilzsaison" beginnt, das jeweilige Wetter, die Feuchtigkeit, die Wärme spielen eine große Rolle. Man kann aber sagen, für Pilzkenner ist das ganze Jahr über Pilzsaison, denn wer sich auskennt mit den Pilzen, der findet auch im Winter und Frühjahr essbare.

Wann die Pilze angefangen haben zu sprießen? Das ist ganz einfach! Man muss bei seinen Fahrten über Land nur mal an den Rand der Wälder sehen, dort finden sich in größerer Vielzahl die Autos ein, die dort parken. Außerdem, unter den Pilzsammlern macht es dann auch die Runde, die Menge der Pilze, die sie gefunden haben wollen, wird immer größer, das ist genau wie mit dem Anglerlatein.

Wer so ein richtiger Pilzsuchfan ist, hat seine "Stellen" in den Wäldern, die er aufsucht. Dort findet er meistens größere Flecken mit der Sorte von Pilzen, die er mit nach Hause nimmt, bei den meisten sind das die Braunkappen oder Maronen, die Steinpilze, die dem Bitterling verteufelt ähnlich sehen, die Birkenpilze, manchmal findet man noch ein paar Rotkappen. Schafspilze und Champignions wären noch zu erwähnen, dass ist eigentlich schon das, was man in den meisten Pilzkörben sieht, wenn einem die Sammler aus dem Wald entgegen kommen.


Als richtiger Pilzsammler steht man schon sehr früh auf und ist in der Morgendämmerung im Wald. Jeder andere sagt, da kann man doch noch gar nichts erkennen, aber dem ist nicht so, diese Sammler kommen mit vollen Körben wieder aus dem Wald zurück.

Für denjenigen, der sich unsere Krankheit eingefangen hat, ist die Pilzsuche ein bissel schwierig, aber auch gleichzeitig Training. Ich habe immer meine Nordic Walking Stöcke dabei, ohne diese Hilfen könnte ich nicht mehr mitgehen. Wenn es dann durchs Unterholz geht, ist man gezwungen, seine Beine zu heben und auch größere Schritte zu machen, wer mit dem Gleichgewicht Probleme hat, kommt des öfteren ins Wanken und stürzt auch so manches Mal. Aber, auch wenn man sich dabei blaue Flecken holt und auch so manches Mal schmerzende Glieder, der Gang durch den Wald und nicht zuletzt die Ausbeute an Pilzen wiegen das Ganze wieder auf.

Und wer so ein richtiger Wald- und Pilzfan ist, der freut sich in jedem Jahr wieder aufs Neue auf die Pilzsaison im Herbst.
Ich war auch in diesem Jahr einige Male auf Pilzsuche. Es fasziniert mich immer von Neuem und ist gleichzeitig auch eine Herausforderung. Werde ich es auch dieses Mal noch schaffen, falle ich wieder einfach um, wie weit kann ich noch laufen? Naja, die Monika hat so manches Mal tüchtig zu tun, die Pilze und auch mich noch aus dem Wald zu schleppen, aber sie macht das gern, denn sie ist auch so pilzfanatisch wie ich. Wenn wir dann wieder zu Hause sind, kann ich dann meistens keinen Fuß mehr vor den anderen setzen, aber das ist mir egal, ich habe geschafft, was ich mir vorgenommen habe und wenn wir dann noch so einen Erfolg haben, dann könnte ich bis an die Decke springen vor Freude.
Hier einige Fotos von unserer letzten Pilzausbeute:

4. Der Herbst ist da!


Der Herbst ist gekommen. Wie wir das merken? Nun wir können nicht lange in einem ungeheizten Raum sitzen, dann schauert es uns den Rücken hinunter und wir fangen an zu frieren. Die Nächte werden kälter, aber auch am Tage haben die Sonnenstrahlen nicht mehr die Kraft, so zu wärmen wie sie das im Sommer machen.

Wenn man über Land fährt, sind viele Felder schon abgeerntet und die Bauern sind dabei, sie zu bearbeiten, um sie auf die neue Aussaat im Frühjahr vorzubereiten. Überhaupt, der Herbst ist eine Zeit, in der die Ernte eingebracht wird. Die Äpfel, Birnen, Pflaumen sind reif und was nicht schon allein von den Bäumen fällt, dass muss gepflückt werden, in den Gärten sieht man überall die großen, langen Leitern an den Bäumen stehen, und die waghalsigen Besitzer, die hinauf klettern, um die Früchte zu pflücken.
Neben den frisch gepflückten Früchten, in die man mit Appetit hinein beißt, gibt es wieder Apfelkompott und Apfelmus, herrlich duftenden Pflaumenkuchen und köstliches Pflaumenmus.
Auch in den Regionen, in denen Wein angebaut wird, hat nun die Haupternte begonnen und mit der Erntezeit beginnen auch die Feste, sowohl kirchliche als auch weltliche, mit denen man sich eigentlich für die reiche Ernte bedanken möchte.
Für die Tiere beginnt nun eine Zeit des emsigen Arbeitens. Sie müssen ja den Winter überstehen und fangen nun an, entweder einen großen Wintervorrat anzulegen oder sich diesen Vorrat anzufressen, damit sie während des Winterschlafs nichts weiter zu sich zu nehmen brauchen. Das ist jetzt auch die Zeit, in der das Dammwild sich in der Brunft befindet und so mancher röhrender Ton durch den Wald hallt.


Herbstzeit ist aber auch die Zeit der Farben. Das Chlorophyll der Blätter lässt nach und es bilden sich andere Farbstoffe aus. Die Blätter an den Bäumen verfärben sich in Braun-, Orange- und Gelb- und Rottönen und dass in einer Vielfalt, die kein Maler nachmachen könnte.


Wenn die Sonnenstrahlen diesen Blätterwald durchdringen, ist man in ei andere Welt versetzt, dann sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt und so mancher denkt sich, wenn die Blätter herunterfallen, muss Sterben schön sein. Diese Gedanken verschwinden jedoch ganz schnell, wenn dann das Herbstwetter mit Regen, Sturm und Nebel einsetzt. Dann ist es weder schön, noch gemütlich und die Farben sind grau in grau. Die Füße werden nass und kalt, wenn man sich länger draußen aufhält, fröstelt man ganz schnell und freut sich auf sein warmes zu Hause, wo man sich dann richtig schön  einkuscheln und schon vom Weihnachtsfest träumen kann.

4.  Ein neuer Anfang


Ein anderes Thema, über das ganz sicher jeder reden könnte.

Neu anzufangen, das beinhaltet, erst einmal Abschied von irgendetwas zu nehmen. Dabei denke ich nicht nur an den Abschied von einem Menschen, also an den Tod, nein, ich denke daran, dass man von Freunden, von schlechten Gewohnheiten, von einer Meinung über andere oder über Politik, Gesundheitswesen, über Ärzte, Nachbarn, über verlorene Pfunde als Beispiel, Abschied nehmen kann, um einen neuen Anfang zu wagen. Dabei geht es darum, was habe ich gefühlt, welche Emotionen hat das in mir ausgelöst und es kommt nicht darauf an, ob diese Geschichten Realität sind oder frei erfunden. Dieses Thema ist ein Experiment, wer sich darauf einlässt, kann sich von Wut, Ärger, Enttäuschungen, falschen Hoffnungen befreien, kann loslassen und wieder aufatmen.Ich wünsche allen, die sich hierüber Gedanken machen, dass sie hinterher mit allem ruhiger und entspannter umgehen können.

Hallo, da will ich doch gleich mal den Anfang machen!
Also, nach meiner THS-OP wurde ich dicker und dicker! Es war eine Katastrophe für mich, hatte ich doch vor der OP nur 47 Kilo gewogen. Durch die Überbewegungen hatte ich damals auch einen Energieverbrauch wie ihn ein Leistungssportler hat. Da war es normal, dass ich immer weniger wog, auch wenn die Leute schon langsam anfingen zu reden, ich müsste doch magersüchtig sein! Aber, was gehen mich diese Leute an, wenn es um so ganz persönliche Dinge geht! Ich war zwar dürre wie ein Stock, vorne nichts und hinten nichts, aber ich habe mich so wohl gefühlt.Vor dieser OP hat mir auch keiner gesagt, dass ich hinterher zunehmen könnte, obwohl das so wichtig für mich war, denn ich wollte nie dick sein, das war für mich fast so schlimm wie diese Symptome, die ich hatte und die dazu geführt hatten, dass ich mich dann operieren lassen wollte.

Dieses "Nichtsagen" habe ich den Ärzten ganz schön übel genommen, denn sie hatten schon Erfahrung, hinterher erzählten sie mir auf meine Beschwerden hin, dass fast jeder nach dieser OP ungefähr 10 Kilo zunimmt. Ich war empört! Aber es nützte mir auch nichts, ich wurde Kilo um Kilo mehr.

Als ich dann die 63-Kilogrenze erreicht hatte, war ich es leid, so konnte es nicht weiter gehen. Also beschloss ich, meinen Kilos den Kampf anzusagen! Ein hartes Brot! Es war sehr schwierig, auch nur ein paar Gramm abzunehmen. Aber ich gab nicht auf! Sportliche Bewegung ist sowieso gut für einen Parki, also nahm ich noch wieder mehr Sport mit auf. Was mir unheimlich schwer fiel, war, des abends beim Fernsehen nicht mehr zu naschen. Das süße Zeug, dass mich vor der THS-OP überhaupt nicht interessiert hatte, habe ich abends reingefuttert, als hänge davon mein Leben ab. Jetzt musste ich wenigstens versuchen, dies zu reduzieren. Mann war das schwer! Mich hat es so nach den Süßigkeiten geleppert, dass ich immer wieder schwach geworden bin. Aber, was soll ich euch sagen, ich habe es geschafft! Und jetzt purzelten auch langsam die Pfunde! Ich wiege heut 57 Kilo, sicher, das hört sich nicht viel weniger an, aber für mich ist das ein Sieg auf der ganzen Linie! 6 Kilo habe ich schon verabschiedet und ich hoffe, dass noch zwei dazu kommen, denn 55 Kilo, das ist für mich mein Traumgewicht. Ich habe nun mal nichts dafür übrig, wie eine kleine Tonne durch die Gegend zu rollen. Aber ich weiß jetzt auch, mit wieviel Mühe und Plage es verbunden ist, einige Kilos abzunehmen, zumal, wenn man schon im nicht mehr ganz jungen Alter ist und dazu in der Beweglichkeit eingeschränkt.

Chapeau vor allen, die das schaffen und ich gehöre dazu!


12.07.17

Den Hut kann jeder wieder aufsetzen, bin rückfällig geworden, wiege  wieder 60 Kg!

Dürre und alt - vor der OP!                                  Schon ganz schön beleibt - nach der OP!

5. Es regnet

Wir hatten gar nicht bemerkt, dass die Wolken am Himmel sich verändert hatten. Aus den herrlich weißen Haufen, die zum Hineinkuscheln einluden, hatten sich zuerst graue, dann immer dunkler werdende Wolkenberge gebildet. Wir bemerkten das erst, als aus der Ferne Gewittergrummeln zu uns gelangte. Dann dauerte es gar nicht lange und die ersten Regentropfen fielen auf unsere Haut.

Wir waren mit unserer Garderobe alle nicht auf Gewitter und Regen eingestellt, als es immer stärker regnete, stob die Meute auseinander und jeder versuchte einen trockenen Unterschlupf zu finden. Das war gar nicht so einfach, normalerweise reichte es aus, Schutz unter einem der alten Bäume mit ihren riesigen Baumkronen zu suchen. Das Geäst und die Blätter schützten uns sonst, aber es war ein Gewitter im Anzug und man sollte sich ja bei Gewitter nicht unter einen Baum stellen. Außerdem wurden die Regentropfen immer größer und immer mehr, so dass wir uns doch etwas Festeres als Unterstellmöglichkeit suchen mussten. Wir wussten, dass es in der Nähe eine kleine Jagdhütte gab, in der die Jäger auch mal übernachten konnten.

Wenn wir es bis dahin schafften, dann waren wir vor dem Gewitterregen sicher. Aber, ihr wisst ja wie es ist, wenn man etwas mit Eile angeht, es klappt selten gut. So auch diesmal, der Boden war inzwischen glitschig geworden und wir mussten aufpassen, dass wir die Schritte so setzen, dass wir fest auf dem Boden standen, denn die Gefahr, auszurutschen, hatte sich unter diesen Bedingungen enorm gesteigert.
Unsere Kleidung wurde immer mehr vom Wasser durchtränkt und bald fingen die Kinder an zu jammern, dass es ihnen zu kalt und ungemütlich wäre. Wir konnten sie nur beruhigen, weil sich nun die Sicht auf die Jagdhütte öffnete, die nicht mehr weit entfernt zu sehen war.

Endlich angekommen, verloren sich unsere Hoffnungen auf Wärme und auf kuschlige Decken, die Hütte war abgeschlossen und der Schlüssel ließ sich leider nicht finden. Wir suchten überall, wo man sich denken könnte, hier wäre ein Schlüsselversteck, aber das begehrte Objekt war nirgendwo zu entdecken. Die Tür aufbrechen? Schafften wir auch nicht! Wohl oder übel drängten wir uns unter dem kleinen Vorbau der Jagdhütte dicht zusammen und warteten ab! Ja worauf eigentlich !? Der Regen hatte etwas nachgelassen und wir machten uns, fast im Dauerlauf, auf den Weg nach Hause, wo wir unbeschadet und froh ankamen und uns vornahmen, den nächsten Ausflug etwas besser zu planen.

ICH MÖCHTE EUCH ETWAS ERZÄHLEN

DA IST SO EINE PERSON, DIE IMMER NOCH MIT EINEM REGELRECHTEN "HELFERSYNDROM" ZU KÄMPFEN HAT.

SIE HAT SICH SCHON OFT VORGENOMMEN, SICH EIN PFLASTER ÜBER IHRE GUSCHE ZU KLEBEN UND IHR GEHIRN ZU HAUSE ZU LASSEN, ABER WENN SIE GLAUBT, MIT EINEM BEITRAG ODER MIT IHRER MEINUNGSÄUSSERUNG VIELLEICHT HELFEN ZU KÖNNEN, DANN KRIBBELT UND KRABBELT ES IN IHR, SOLANGE, BIS SIE DAS KRIBBELN UND KRABBELN IN WORTE GEFASST HAT.

NUN IST ES SO, DASS SIE SICH MAL WIEDER IN EINER GRUPPE BEFINDET, IN DER MAN ANSCHEINEND DAS DEUTSCH, DASS DIESE PERSON SCHREIBT, NICHT RICHTIG DEUTEN KANN.

WIE ANDERS IST ES SONST ZU ERKLÄREN, DASS DER PERSON GENAU DAS GEGENTEIL VON DEM, WAS SIE SCHREIBT UND WAS SIE MEINT, IN DEN MUND GELEGT WIRD UND SIE, OHNE DASS MAN SIE GENAUER KENNT, BESCHIMPFT WIRD.

SO HAT SIE ES MAL WIEDER GESCHAFFT, EINE "PERSONA NONGRATA" ZU WERDEN.

WARUM MUSS SIE AUCH ALLES AUSPLAUDERN, WAS SIE SO DENKT!?

ES KANN IHR DOCH EIGENTLICH EGAL SEIN, OB ANDERE ZURECHT KOMMEN ODER AUCH NICHT. SCHLIESSLICH HAT SIE MIT SICH SELBST ZU TUN ZU TUN!

UND AUSSERDEM, ALLES, WOVON SIE DENKT, ES KÖNNTE HILFREICH SEIN, LEGT MAN IHR ALS NEGATIVUM AUS.
DESHALB GLAUBT SIE, ES WÄRE SINNLOS, SICH NOCHMAL ZU WORT ZU MELDEN. ABER, SIE HAT ES TROTZDEM GESCHAFFT, DASS JETZT OFFENER MIT DEM VORGEGEBENEN THEMA UMGEGANGEN WIRD. SIE GLAUBT DARAN, DASS MITEINANDER SPRECHEN UND SICH DEN FRUST VON DER SEELE SCHREIBEN VIEL DAZU BEITRÄGT, NEGATIVE ZUSTÄNDE ZU ÜBERWINDEN. ES MUSS JA NICHT GLEICH ÖFFENTLICH GEPOSTET WERDEN, JEDER HAT FREUNDE, DENEN MAN VERTRAUT, DENEN MAN SEINE PROBLEME ANVERTRAUEN KANN.

Aber sie fragt sich immer noch: In dieser Gruppe bleiben oder weglaufen?

Das ist der Beitrag, der viele aus der Gruppe auf  mich bös gemacht hat!

Hallo liebe Josie!
Ich weiß nicht so richtig, wie ich das ausdrücken soll, was mir am Herzen liegt, denn es muss im ersten Moment für dich so aussehen, als sei ich auf"Krawall gebürstet". Bin ich nicht, aber ich komme mit dem nur friedlichen Tonfall einfach nicht mehr zurecht.
Es kommt mir so vor, als wäre unsere Gruppe hier nur mit Mitgliedern besetzt, die alle nur auf Friede, Freude, Eierkuchen setzen. Es gibt nicht eine Diskussion! Nein, ich wünsche,mir keinen Krawall und auch keine erbitterten Hin- und Her-Reden, aber es kann doch auch nicht sein, dass sich immer alle einer Meinung sind.
Ich habe zum Beispiel vor zwei Tagen einige Worte an Claudia bzw. die "Allgemeinheit" gerichtet, wo ich doch vom "harten Kern" unserer Gruppe Widerstand erwartet hätte, aufgrund der Aussagen, die ansonsten getroffen werden. Es war meine Ansicht, wie man nach meinem Dafürhalten mit JEDER Krankheit umgehen sollte. Keine Antwort. Wenn wenigstens so etwas gekommen wäre wie: Ich habe nun mal bei dieser Krankheit Angst davor und davor. Ich finde jedenfalls, es war genug Stoff für eine Diskussion drin.
Aber, ich finde meinen Beitrag gar nicht wieder, sollte er einfach rausgenommen worden sein?

Da frage ich mich ganz ernsthaft, wie sollen denn diejenigen mit ihren Ängsten fertig werden, wenn nie darüber gesprochen wird?


Ich hatte in Beelitz mit einer Zimmernachbarin zu tun, die die Diagnose noch nicht lange hatte und angeblich damit nicht fertig wurde. Eine Person, die nur an sich und die Folgen für sich gedacht hat und das mit großem Theater ausgespielt hat, die dann aus meinem Zimmer genommen wurde, weil es für mich gefährlich war, weiter mit ihr zusammen zu wohnen.Ich habe nie estwas Egoistischeres erlebt. Daran muss ich immer denken, wenn hier nur Reaktionen auf Schönes, auf Beliebtes kommen. Viele, die hier schreiben, haben ganz sicher wirklich Angst, wie die Zukunft sich für sie gestalten wird. Aber warum kann man nicht ganz offen darüber reden? Ich glaube einfach nicht, dass sich diese Ängste von allein legen.
Liebe Josie, auch wenn ich mir mit meiner Meinung Minuspunkte einhandele,und es vielleicht missverstanden wird, ich musste es einfach mal wieder loswerden.
Liebe Grüße Elke