Könnte es noch schlimmer sein?

Manchmal denke ich, konnte es eigentlich noch schlimmer kommen?

Ist es wirklich so schlimm, diese Krankheit diagnostiziert zu bekommen? Ist es trotz dieser Symptomatik , trotz dieser Veränderungen, die ein Leben mit Parkinson mit sich bringen, trotz der Einschränkungen wirklich wie Weltuntergang? Ja, mir kam es damals auch so vor, auch ich habe gedacht: Jetzt ist für mich eine Welt zusammen- gebrochen!
Und ja, diese Krankheit ist nach wie vor nicht heilbar und - sie ist fortschreitend! Aber haben wir nicht Möglichkeiten, uns noch sehr lange an unserem Leben zu freuen?
Eine gute Medikamenteneinstellung in den ersten Jahren der Krankheit sorgt für den sogenannten Honeymoon, das heißt, wenn man selber auch noch dafür sorgt, dass man in Bewegung bleibt und sich nicht aufgibt, dann kann man noch lange Jahre sein Leben so weiterführen fast wie bisher.
Einziges Gebot: Nimm das Tempo heraus, man kommt auch an sein Ziel, wenn man nicht mehr so hastet und eilt, genieße den Augenblick.

Ja und dann ist es so, es gibt Medikamente, es gibt alternative Heilmethoden, es gibt eine ganze Menge von klassischen Therapien, die uns immer wieder ein Stück weiterhelfen, so schlimm uns die Symptomatik auch erwischt hat, so schlimm die Schmerzen auch sein mögen und was für Krankheiten sich neben unserer Grunderkrankung auch einstellen, es GIBT Hilfe für uns!


Das sieht bei anderen Krankheiten wesentlich anders aus! Ich habe in meiner Nachbarschaft ein Ehepaar, der Mann ist an ALS erkrankt. Innerhalb von 2 Jahren ist dieser Mann von einem erfolgreichen Geschäftsführer unserer Wohnungsgenossenschaft zu einem lallenden Etwas geworden, der sich nicht mehr sprachlich verständigen kann, dem nicht ein Muskel mehr gehorcht, der nicht mal im Rollstuhl an die frische Luft kommt, weil er auch hier angeschnallt werden muss und trotzdem völlig zusammensackt.

Und das alles bei ganz klarem Verstand, geistig ist er voll da und muss so seinen Verfall, der ganz rasant vorwärts geht, miterleben. Ich stelle mir das ganz furchtbar vor, noch dazu, wo es gar keine Hilfe gegen diesen Verfall gibt und ich finde es auch makaber, dass er von Zeit zu Zeit in die Uniklinik gefahren wird, wo sie ihm auch nicht helfen können, sondern nur feststellen, wie weit die Krankheit fortgeschritten ist und das er sich unbedingt in den Dienst der Medizin stellen müsste, wenn sein Leben vorbei ist.

Ich glaube, da bin ich mit meiner Parkinsonkrankheit doch noch gut dran und ja, es hätte schlimmer kommen können!