Kontrolluntersuchung

28.03.2011


Kontrolluntersuchung

Auch wenn es langweilig ist, es gehört dazu, dass immer mal wieder eine Kontrolluntersuchung stattfindet, bei der die Funktion des Hirnstimulators gecheckt werden soll.

Aber, es wird schon immer dafür gesorgt, dass das Ganze nicht langweilig bleibt.

Da kommt doch Post aus Dresden, Absender Uniklinik und zwar schon am 13.01.2011 mit folgendem Wortlaut:

Sehr geehrte Frau Sowieso! Sie wurden zur stationären Aufnahme in unserer Klinik zur Kontrolle des Tiefenhirnstimulationssystems angemeldet. Wir bitten Sie, sich am 24.März 2011 bis 8:00 Uhr in der Klinik ...einzufinden.

Bitte trinken sie heute Morgen keinen Kaffee und rauchen sie nicht.

Ich dachte: Wieso denn das, ich habe doch einen Termin für den 14.März, wie oft soll ich denn noch in Dresden antanzen.
Angerufen, Termin für den 14. abgesagt, können sie auch am 24. mitmachen, dachte ich und harrte der Dinge, die da am 24. auf mich einstürzen sollten.

Früh um 6:00 Uhr auf der Station angerufen, schließlich will man ja auch in einem Bett schlafen und nicht irgendwo in einer Abstellkammer und da hieß es, aber lassen sie sich Zeit, schön alles mit Ruhe angehen, wenn sie um 10:00 Uhr da sind, reicht das auch noch aus! Na gut, da kann ich mich ja auspampeln!!!
Wir sind trotzdem um kurz vor 9:00 Uhr dort, die Schwestern kommen schon auf mich zugestürzt, ich bringe Sie auf ihr Zimmer, um 9:00 Uhr haben sie ihren ersten Termin!

Na toll, so ist das eben mit "Auskünften"!
Husch, husch, was man so schnell noch macht, bevor eine Untersuchung ansteht, schließlich möchte man nicht mittendrin abbrechen, weil die Blase drückt und dann geht es runter in die Neurologie und werde noch weiter verwiesen in ein Labor.

Kipptisch! Es ist mir nicht so richtig klargeworden, was diese Untersuchung auf dem Kipptisch (Blutkreislauf und Herzfrequenz) mit der Funktion meines Hirnstimulators zu tun haben.

Aber, wenn eine solche nicht zu unangenehm ist und wenn sie noch dazu keine allzugroßen Schwierigkeiten bereitet, warum nicht, die beiden jungen Frauen im Labor sind sehr freundlich und man merkt ihnen an, dass sie ihre Arbeit gern machen, dass sie Freude daran haben.

Also rauf auf den Kipptisch und erst in waagerechter Lage¸ dann horizontal, Werte geliefert.

Was dann kam war weniger angenehm - 24-Stunden-Blutdruckmesser. Himmel, alle viertel-Stunden aufpumpen, die Manschette so eng, dass ich oft denken musste, die Haut meiner Hand platzt auseinander und das Blut kommt gespritzt.

Leider war das nur ein Gefühl, denn als die Schwester zum Blut abnehmen kam, war da nichts mit Blut herausplatzen.

Sie gab sich wirklich alle Mühe, aber sie taugte absolut nicht zum Klinik-Dracula.

Also wieder warten, irgendwann im Verlaufe des Tages wird es jemand anders probieren.


Dann geht auf einmal die Tür auf und ein Schwarm Ärzte erscheint im Zimmer. Visite am Nachmittag?

Nicht so richtig, die Oberärztin der Station begrüßt ihre neuen Patienten und stellt ihr Ärzteteam vor, das sich um uns kümmern wird, eine wie ich finde, schöne Geste!
Übrigens, ich hatte vom Wetter her mit diesem Datum einen sehr schönen Tag erwischt, die Sonne schien den ganzen Tag und lockte und lockte an die frische Luft, leider kann man aber in so einer Klinik seinen Tagesablauf schlecht selbst bestimmen, da musste noch Blut abgenommen werden, da wollte die behandelnde Ärztin noch kommen, da wollte sie sich dann noch einmal zusammen mit Herrn Dr. Wolz, dem verantwortlichen Neurologen sehen.Um es vorwegzunehmen, Herr DR. Wolz hatte mal wieder anderes zu tun, als sich eine THS-Patientin anzusehen, der es augenscheinlich nach dieser OP immer noch gut geht, da interessierten auch nicht die Werte, die auf dem Stimulator eingegeben sind, er hatte ja eine nette Praktikantin geschickt, die ihm zuarbeitete, der er aber anscheinend noch nicht zutraute, mit diesem "Datenabrufgerät" umzugehen.
Apropos Zuarbeit, ich staune immer wieder, wieviel Papier in solchen Kliniken gebraucht und verbraucht wird. Oder ob das nur hier so ist, weil sie sich Uniklinik nennt?

Nein, ich glaube, das ist überall so, es muss ja ausgewertet
werden und jede besetzte Stelle muss ihre Daseinsbe-rechtigung haben. Ist ja auch nichts dagegen einzuwenden, wenn es den Patienten Nutzen bringt.

Aber, ich will nicht weiter abschweifen, die Stationsärztin kam, es wurden wieder alle Daten aufgenommen und sie erklärte mir, wie es am nächsten Tag weitergehen sollte.

Ich durfte früh keine Medikamente mehr nehmen und vor allem, mein Stimulator sollte für mehrere Stunden ausgeschalten werden.

Das ich mal wieder nicht frühstücken durfte, war noch das, worüber ich mir am wenigsten Gedanken machte.

Diesmal hatte ich am meisten Bammel vor dem Ausstellen des Stimulators, das war bis jetzt noch nicht der Fall, mir grauste davor.