Levodopa

besser als sein Ruf?

Levodopa- Besser als sein Ruf



Es ist noch nicht lange her, da ist Levodopa als Ersttherapie wegen der vielen Nebenwirkungen in der Langzeit verpönt gewesen. Heute sieht man das etwas anders, wie diese beiden Artikel aussagen.

Parkinson-Ersttherapie: Levodopa besser als neuere Wirkstoffe

In der Langzeitbehandlung neu diagnostizierter Parkinson-Patienten verhilft Levodopa zu besserer Mobilität und Lebensqualität als Dopamin-Agonisten und Monoaminoxidase-Hemmer vom Typ B (MAO-B-Hemmer). Das ergab die bislang größte klinische Studie zur Parkinson-Behandlung, die jetzt im Fachjournal «The Lancet» erschienen ist. «Vorangegangene Studien schlossen zu wenige Patienten ein, hatten eine kurze Nachbeobachtungsphase und fokussierten sich auf die Bewertung der motorischen Symptome durch die Ärzte anstatt die Patienten zu fragen, wie die Arzneistoffe ihre gesamte Lebensqualität beeinflussen», erklärt Studienleiter Professor Dr. Richard Gray von der Universität in Oxford. «So gab es für viele Jahre eine Unsicherheit über die Risiken und Vorteile eines Therapiestarts mit den verschiedenen Klassen von Parkinson-Medikamenten.»


Demnach treten bei langjähriger Gabe von Levodopa zwar öfter Symptome auf wie unwillentliche Muskelspasmen (Dyskinesien) und Bewegungsprobleme als bei Dopamin-Agonisten und MAO-B-Hemmern. Dagegen kommt es unter diesen Arzneistoffen häufiger zu Übelkeit, Halluzinationen, Ödemen und Schlafstörungen. Die Anzahl von Demenzerkrankungen, Klinikeinweisungen und Todesfällen unterschied sich in der Studie dagegen nicht.
An der sogenannten PDMED-Studie nahmen 1620 Patienten mit Parkinson im Frühstadium teil, die Levodopa oder einen Wirkstoff der genannten Arzneimittelklassen als Erstbehandlung erhielten. Bis zu sieben Jahre lang (im Mittel drei) füllten die Patienten Fragebögen zu ihrer Beweglichkeit und Lebensqualität aus. Die Vorteile von Levodopa waren bescheiden, aber anhaltend. Die Patienten fühlten sich mit Levodopa aufgrund ihrer Erkrankung weniger stigmatisiert, hatten weniger kognitive Einbußen und fühlten sich besser, trotz häufiger auftretender Muskelspasmen. Nur 2 Prozent brachen die Therapie aufgrund von Nebenwirkungen ab im Gegensatz zu 28 Prozent unter Dopamin-Agonisten und 23 Prozent mit MAO-B-Hemmern.


«Auch wenn die Unterschiede, die für Levodopa sprechen, klein sind, ist der alte Arzneistoff immer noch die beste Starttherapie für die meisten Patienten, wenn man kurz- und langfristige Vorteile, Nebenwirkungen, Lebensqualität und Kosten in Betracht zieht», so Grays Fazit. Derzeit würden die meisten Patienten jünger als 70 Jahre zuerst mit den teureren Dopamin-Agonisten behandelt, um Levodopa-assoziierte motorische Störungen zu vermeiden. Levodopa eigne sich jedoch für alle Altersgruppen besser. Die Studienautoren erwarten, dass ihre Ergebnisse die klinische Praxis weltweit ändern wird.
In einem begleitenden Kommentar heißt es, dass Ängste von Hausärzten und Patienten vor Levodopa unbegründet seien und zu unnötigen Einschränkungen in der Beweglichkeit und einer schlechteren Lebensqualität in den ersten Jahren der Erkrankung führen. (db)

Therapie von Parkinson-Patienten sollte mit Levodopa beginnen

Von Daniela Biermann / In der Langzeitbehandlung neu diagnostizierter Parkinson-Patienten verhilft Levodopa zu besserer Mobilität und Lebensqualität als Dopamin-Agonisten und Monoamin­oxidase-Hemmer vom Typ B (MAO-B-Hemmer). Das hat die bislang größte klinische Studie zur Parkinson-Behandlung ergeben, die jetzt im Fachjournal »The Lancet« erschien (doi: 10.1016/S0140-6736(14)60683-8).


Der sogenannten PDMED-Studie zufolge treten bei langjähriger Gabe von Levodopa zwar öfter Symptome auf wie unwillentliche Muskelspasmen (Dyskinesien) und Bewegungsprobleme als bei Dopamin-Agonisten und MAO-B-Hemmern. Dagegen kommt es unter diesen Arzneistoffen häufiger zu Übelkeit, Halluzinationen, Ödemen und Schlafstörungen. Hinsichtlich der Häufigkeit von Demenzerkrankungen, Klinikeinweisungen und Todesfällen unterschieden sich die Therapieregimes nicht voneinander.

An der Untersuchung nahmen 1620 Patienten mit Parkinson im Frühstadium teil, die Levodopa oder einen Wirkstoff der genannten Arzneimittelklassen als Erstbehandlung erhielten. Bis zu sieben Jahre lang (im Mittel drei) füllten die Patienten Fragebögen zu ihrer Beweglichkeit und Lebensqualität aus. Die Vorteile von Levodopa waren bescheiden, aber anhaltend. Die Pa­tienten fühlten sich mit Levodopa aufgrund ihrer Erkrankung weniger stigmatisiert, hatten weniger kognitive Einbußen und fühlten sich besser, trotz häufiger auftretender Muskelspasmen. Nur 2 Prozent brachen die Therapie aufgrund von Nebenwirkungen ab im Gegensatz zu 28 Prozent unter Dopamin-Agonisten und 23 Prozent unter MAO-B-Hemmern.

»Auch wenn die Unterschiede, die für Levodopa sprechen, klein sind, ist der alte Arzneistoff immer noch die beste Starttherapie für die meisten Patienten, wenn man kurz- und langfristige Vorteile, Nebenwirkungen, Lebensqualität und Kosten in Betracht zieht«, so das Fazit von Studienleiter Professor Dr. Richard Gray von der Universität Oxford. Derzeit würden die meisten Patienten jünger als 70 Jahre zuerst mit den teureren Dopamin-Agonisten behandelt, um Levodopa-assoziierte motorische Störungen zu vermeiden. Levodopa eigne sich jedoch für alle Altersgruppen besser. /