Mein wirksamstes Mittel

25.04.2010

1. Das Folgende ist mein wirksamstes Mittel:

Um mir etwas Gutes zu tun, fällt mir eine ganze Menge ein, aber mein erstes Mittel der Wahl ist immer ein Waldspaziergang bzw. wenn ich halbwegs laufen kann, Pilze suchen, durchs Dickicht krauchen ( ich weiß, klingt nicht gerade glaubhaft), frische Luft haben, sich Kraft aus den Bäumen ziehen, Pilze finden, kenne nur zwei Sorten, die ich auch mitnehme und das sind Braunkappen (Maronen) und Steinpilze.

Und ist mal wieder so ein Waldlauf fällig, dann ist die Abfolge oftmals so:

Ich sag zu meiner Freundin: Heut will ich mal wieder in den Wald gehen.

Kommt die Antwort: Dir gehts wohl immer noch nicht schlecht genug!!!???

Ich: Du weißt genau, dass mir das gut tut.

Antwort: Dann müssen wir eben gehen, aber guck Dir mal den Himmel an, Regen ist angesagt.

Ich: Bin nicht aus Zucker, außerdem wird es durchhalten.

Na, wenn Du denkst, dann fahren wir eben.

Gewonnen!!!

Waldtauglich anziehen, Stöcke anschnallen, ins Auto, nach ca. 10 km Fahrt in "unserem" Wald.

Sie: Aber renn nicht wieder so weit weg, ich find Dich doch gar nicht, wenn Du wieder fällst!

Ja, ja, ich bleib in der Nähe!

Es dauert nicht lange, dann habe ich die entgegengesetzte Richtung eingeschlagen, schließlich will ich Pilze finden und nicht Gewehr bei Fuß stehen.

Kurz danach schallt es irgendwoher: EEEEEEEEEEEElllke!

Ja doch, geht es zurück! Ich komme ja schon! In diesem Moment seh ich eine braune Kappe blitzen, aber genau entgegen der Richtung, in die ich mich eigentlich bewegen sollte. Und dann noch eine, noch weiter weg. Und schon wieder EEEEEEEEEEEEEEEllllllke!

Prompt kann ich den nächsten Pilz ansteuern - nur die Richtung!!!

Das Geschrei wird immer dringlicher und nun fängt es auch noch an zu regnen!!!

Die Monika hat eine Jacke ohne Kapuze an, bei mir sieht das natürlich nicht viel anders aus. Wer von uns beiden hatte eigentlich etwas von "Waldtauglich" geschwafelt?

Das Geschrei jedenfalls wird immer intensiver und nun wird sie auch noch nass, wie eine gebadete Maus!

Ich aber bin am Pilze finden!

Also - beruhigen, ja, ich komme doch schon, bin doch schon auf dem Weg. Inzwischen sind wir beide patschnass, und ich habe mich in einen Waldschrat verwandelt.

Sie rennt voraus zum Auto, immer wieder EEEEEEEEEEElllllllllke, das klingt zuletzt schon wie ein Kreischen mit tüchtigen "Überkicksern."


Und jetzt meldet sich MEIN Sturkopf und ich geh gerade noch ein Stück weiter, obwohl ich schon fast nicht mehr laufen kann.

Fazit: dann musst du wohl gehorchen und der Dame hinterherlaufen!


Am Parkplatz angekommen, ein letzter Versuch, meinen Sturkopf durchzusetzen:

Ich lauf ein Stück durch den Wald zurück, kannst ja schon vorfahren.


Jetzt hörst Du aber auf zu spinnen, jetzt gehts ab nach Hause!

Und eigentlich bin ich sehr froh, denn ich kann mich kaum noch auf den Beinen halten.

Zu Hause angekommen, hab ich Mühe, mich auf dem Hocker zu halten, der in meiner Dusche steht, danach ab ins Bett.

Und nachmittag hat sich auch noch Besuch angesagt!

Alles überstanden, Seele getröstet und ich könnte mich kugeln im Nachhinein.