9.2. Gar nichts bleibt verschont

Meine Reime, meine Gedichte II

Viele fragen mich

Viele fragen mich, hast du Kinder?
Hast du einen Mann, hast du Katze und Hund?
Hast du noch Träume und gibt's einen Grund,
weshalb man dich immer mal traurig sieht?
Könnte es sein, du bist nicht gesund?

Manchmal möcht ich dann schwindeln,
und sagen, ja mir geht es gut!
Doch was soll das bringen,
bald kommt es zum Vorschein,
alles, was die Krankheit so tut.

Sie bringt dich zum Zittern, den Körper zum Beben
und dagegen kannst du rein gar nichts tun.
Sie lässt dich laufen und fallen und steif sein,
sie macht, was sie will, sie lässt dich nicht ruhn.

Manchmal, da denk ich, hab sie gefangen,
doch meistens war es ein Irrtum vom Amt.
Konnt nie auch nur in die Nähe gelangen,
lief immer vor mir, ihr Schritt war rasant.

Doch einmal hab ich ihr Paroli geboten,
Ich wollte, dass es mir besser geht,
hab mir einpflanzen lassen zwei Elektroden,
ist gut gelungen, war der richtige Weg.
(Elke 2013)

Schmerzen

Die Schmerzen sind kaum auszuhalten,
kann weder stehen, sitzen liegen.
Mit keinem Mittel auszuschalten,
kann auch kaum den Rücken biegen.

Der Schmerz ist grausam, tötet mich,
zumindest alle meine Sinne,
bin müde, schwach und ich beginne,
mich zu fürchten, seh kein Licht.

Was wäre wenn, ist meine Frage,
die unbeantwortet bleibt,
ja, was wäre, wenn die Orthopäden
die Hilfe nicht verweigert hätten.
Zum ersten hätt ich nicht gebraucht,
solang im Krankenhaus die Betten.

Das ganze Aufgebot an Pflegern,
an Ärzten, Schwestern, Personal,
wie unvernünftig, auch noch Spritzen
und nichts hat wirklich gut getan.

Fahrdienst, Sanis, Ärzte, Pfleger,
auch die Spritzen sind tabu
Ich möchte singen, tanzen, lachen,
Vorbei ist es, nun zählst nur du.

(Elke-2015)

Ich liebe Dich!

Ich liebe dich,
doch was soll das werden?

Du hast mich ganz anders kennen gelernt.
Ich war wie ein Quirl und wirblig auf Erden.
Jetzt kann ich kaum laufen, der Kopf ist so schwer,
Genau wie der Rücken, er zieht mich zu Boden,
als ob ich sieben Zentner schwer wär.

Meinen Kopf hast du oft mit nem PC verglichen,
jetzt ist er langsam und braucht seine Zeit.
Erinnerungen und Gedanken verblichen
und sind fern geblieben, als wären sie weit
weg irgendwo im Nirvana verhallt.
Ich kann mir vorstellen, du wirst nun ganz bald,

dich nach einer anderen umsehen.
Ich weiß, dass ich nerve, drum lass ich dich gehen.
Doch eines, das ist ganz gewiss,
vergiss es nie: Ich liebe dich!

(Elke 2014)


Sehnsucht

Manchmal kommen Gedanken, die man eigentlich gar nicht haben will.
Sie machen nicht halt, es gibt keine Schranken, sie sind da und du wirst ganz still.

Du musst noch ein Stück des Weges gehen, du kannst noch nicht ruhn,
Dabei möchtest du Zeit haben, um zu verschnaufen, aber es ist noch einiges zu tun.
Überleg, ob du alles schon hast in die Reihe gebracht, jeder soll wissen, du bist ihm nicht gram,
nicht dem, der dich hat sitzen gelassen, weil Krankheit passte nicht in den Kram.
Nicht jenen, denen du hast weh getan, weil du glaubtest du wärst im Recht,
Du wirst sie um Verzeihung bitten, verzeihen sie nicht, dann hast du Pech.
Du solltest dir überlegen, ob andere Worte helfen können, du willst keinen Zwist.
Und du willst deinen Frieden, du möchtest Vergebung, du hast Sehnsucht nach Licht.
Manchmal, des Nachts, da träumst du schon mal, dass du endlich die Brücke erreicht hast,
Du siehst das Licht, es zieht dich an, auch wenn die Bedingung noch nicht ganz passt,
Du hast Sehnsucht, möchtest endlich ruhn, wenn da nicht wäre, du hast doch noch so viel zu tun!
(Elke 2016)

Mein Liebling Fine


Mein Liebling ist am ganzen Körper weich.
Sie ist sehr gehorsam und kommt meistens gleich,
wenn ich sie rufe.
Lieg ich auf der Couch und muss mal weinen,
dauerts nicht lang und ich hör sie mit Tappelbeinen..
Dann kommt jemand ganz zart und rücksichtsvoll,
und gibt mir Küsschen und leckt mich ganz doll,
aber auch leicht übers Gesicht.
Ich muss lachen, aber brrrr, eigentlich mag ich das nicht.

Und trotzdem, ich merke, ich bin nicht allein.
Mein Liebling ist da und ist sie auch klein,
so bringt sie mich immer zum Lachen ganz schnell,
dann ist alles vergessen, der Tag wieder hell.

Elke (2016)




Tanzen

Heut geh ich tanzen, ich glaub es noch kaum,
doch freu ich mich unbändig und träum in dem Raum
von einer Tanzabendnacht, die kein Ende findet
und die mich mit Träumen an Melodien bindet.


So schwer auch sonst die Glieder sind, hör ich Musik, dann reagier ich bestimmt und ich fang an mich zu bewegen.
Bald flieg ich nur so durch den Raum, es ist wie ein Schweben auf Wolken,
es kann nicht mehr schöner werden, ich bin wie berauscht und wir
sollten ruhig noch ein wenig bleiben und uns mit tanzen die Zeit
vertreiben.


Heut ist der Abend meiner Träume, ich fühl mich so leicht.
Musik erklingt, sie fährt in die Glieder, die nehmen sie auf
und tanzen sogleich. Und seht mal wie bei vielen die Hüften
schwingen, wir sind doch Parkis, wie
kann uns denn sowas gelingen? Doch es passt, wir sind
glücklich mit hier zu sein.

Zu Hause geblieben wären wir allein,
vielleicht mit ein wenig Groll im Herzen,
über uns selbst, doch darüber zu scherzen?

Elke (2016)