9.2.  Gar nichts bleibt verschont! 

Meine reime, meine Gedichte I

Es wird dunkel!

Der Tag geht zu Ende, es dämmert schon,
der Abend kommt, wieder klingelt das Telefon.
Du, ich kann heut nicht kommen, es geht wirklich nicht.
hab noch `nen Termin   -   und mein Gesicht
wird traurig und leer.
So geht's schon seit Wochen, du bleibst einfach fern,
willst mich nicht mehr sehen, hast mich nicht mehr gern.
Bin ich nicht weiter von Interesse für dich,
dann sei so ehrlich und oute dich.
Du sagst mir, ich hab mich verändert so sehr?
Ich stolpere viel und ich zappel umher?
Deshalb bin ich doch aber nicht anders gestrickt,
das Schicksal hat mir nur den Parki geschickt.

Vielleicht hast du Recht, ich merk es ja auch,
bin nicht mehr so flott und Rücken und Bauch
schmerzen beide sehr stark und das jetzt fast immer.
Naja, und man sagt der Parki wird schlimmer.
Deshalb sag ich dir heute Auf Wiedersehen,
wir sollten jetzt auseinander gehen.
Gehen, bevor wir uns noch mehr belügen
und uns dann immer wieder betrügen.
So bleibt uns die Erinnerung an eine schöne Zeit,
auch wenn es jetzt weh tut, ich bin bereit.
(Elke 2015)


Des Nachts

Ich bin so müde, möchte endlich mal schlafen.
Deshalb fallen mir am Tage die Augen zu.
Doch abends und nachts, als wollt man mich strafen,
Kann ich nicht im Bett bleiben, finde ich keine Ruh.

Aufstehen, etwas anziehn, PC einschalten!
Alles Handgriffe, die automatisch passieren,
ich brauche dazu mein Gehirn nicht entfalten, aber
die ganze Nacht kann ich auch nicht marschieren.

Ich habe Schmerzen im linken Bein,
Schmerzen, ich könnte die Wände angehen.
niemand konnte bis jetzt mir helfen,
eigentlich konnte es keiner verstehen.

Wie oft hörte ich schon, du läufst aber gut,
überhaupt, man sieht es dir gar nicht an.
Du hast schon die vielen Jahre Parkinson?
Da hat dir dein Neuro aber Gutes getan.

Ich weiß nicht, warum von den anderen ein jeder,
führt auf den Arzt zurück alles Gute.
Wir laufen, wir turnen, wir gehn in die Bäder,
auch wenn es uns oft ist nicht so zumute.

Am Tage möchte ich sehr oft schlafen,
des Nachts aber ist das so einfach nicht.
Mit der Ruhe kommen die Schmerzen
und ständig stehen sie niemandem gut zu
Gesicht.

(Elke - 2014)

Das schaffst du doch

Es sind nun viele Jahre vergangen,
zuerst immer der Gedanke, das schaffst du nicht.
Hab die Gedanken verscheucht, die bös klangen.

Waren sinnlos, ich lebe und lache und singe und
jeder meint, das steht mir gut zu Gesicht.

So soll es auch bleiben, positiv denken
ist das beste, was immer man machen kann
und muss man sich manchmal auch ganz schön verrenken,
jammern nein,  häng viel lieber ein Lachen dran.
(Elke-2014)


Du bist gegangen

Was soll aus mir werden, was wird morgen sein.
Ich fürchte mich, wird die Traurigkeit vergehn?

Ich habe Angst davor wie die anderen mich sehn.

Sie werden reden und werden schauen,
sie werden tuscheln, werden raunen und ich,
ich geh mit erhobenem Haupt,
verziehe lediglich die Augenbrauen.
Was auch sollte ich sonst dagegen tun?
Das Getuschel, das Raunen, es wird niemals ruhn.
Sie verstehen rein gar nichts, sie haben nur Zeit,

Und sind stets und immer bereit, jedem Gerücht

einfach Glauben zu schenken.
Bei allem anderen müssten sie denken
und denken ist nicht für alle ein Fall.
Sie sehen nicht, was sich verändert hat,
sie denken, es geht noch immer so glatt,
sie wissen nicht, die Krankheit verändert sehr,
ich bin nicht dieselbe Person wie vorher.
Aber - ich werde es überleben,
vieles hat mir Hoffnung gegeben.
Nein, du wirst in Zukunft nicht mehr hier sein,
aber glaube mir, ich bin trotzdem nicht allein.

(Elke 2016)