Persönlichkeitsveränderungen nach der THS

24.02.2012

Immer wieder heißt es, nach dieser THS verändert sich bei den MEISTEN die Persönlichkeit, die THSler verfallen hinterher in Spielsucht, Depressionen oder Hypersexualität und merken das nicht einmal.

Immer, wenn mal wieder jemand so einen Text irgendwo fallen lässt, fühle ich mich mitbenannt, denke ich, da muß doch ein Monster aus dir geworden sein, das auch noch mit Spielsüchten behaftet ist und das Schlimme daran, du merkst es nicht einmal, (behaupten die anderen) und das heißt, du kannst nichts dagegen tun! Das ist der Grund, weshalb ich den nachfolgenden Text schrieb:

Persönlichkeitsveränderungen nach der THS bei Parkinson?

Man kann eigentlich über Operationen immer viel erzählen. Da sind immer solche Leute da, die sehen von vornherein alles schwarz und schwärzer.

Dann gibt es eine Kategorie, die immer genau weiß, diese OP ist ja gar nicht so schlimm und vor allem, die kann doch sogar der Gärtner von nebenan machen, da würde auch nichts weiter passieren, da kann der Operierte dann auch sofort wieder nach Hause gehen.

Und besonders diejenigen, die nie auch nur den kleinsten Schnitt, die allerkleinste Operation hinter sich haben, besonders solche Leute wissen immer am besten, was da alles so passiert und sie versäumen es nicht, alle Menschen darüber aufzuklären.

Woher sie das alles wissen und warum sie mit ihrem Wissen die Menschheit beglücken müssen?

Das weiß der Himmel, der liebe Gott, die Sonne, der Regen, der Wind oder sonst wer, ich jedenfalls nicht!

Mir würde ja noch einleuchten, wenn es über solche Dinge nur allgemeingültige gleichartige Aussagen gäbe, aber kann denn so etwas allgemein gültiges zutreffen bei einer Krankheit, von der man im allgemeinen schon sagen muss, dass jeder sein eigenes Krankheitsbild hat, dass bestimmte Symptome gleich sind, aber nicht einmal in einem bestimmten Stadium.

Und was das Schlimmste ist an den Aussagen solcher Menschen, sie verbreiten Angst und sie bringen Patienten dazu, von solchen Operationen zurückzutreten, Operationen, die von manchem ganz dringend gebraucht würden, weil ihnen mit Medikamenten nicht mehr zu helfen ist.

Mir geht es hier vor allem um diese Schockwirkung, die auftritt, wenn von THS im Zusammenhang mit Persönlichkeitsveränderungen die Rede ist.

Außer dass ich mich noch besser durchzusetzen weiß, gibt es bei mir keine Veränderungen.

Sicher, da melden sich nun diese da zu Wort, bei denen es heißt, ja das merken die selber ja gar nicht.

Kann schon sein, aber glauben diejenigen wirklich, dass ich nicht merke, wenn ich plötzlich mehr "Appetit" auf Sex bekomme und alles versuchen würde, jemand in mein Bett oder sonstwohin zu ziehen, wenn ich nicht davor zurückschrecken würde, im schlimmsten Fall über jemanden herzufallen?

Dass kann ja wohl nicht sein, wenn es da nicht schon vorher Ansätze gehabt hätte, bekanntlicherweise gibt es ja Parkinsonmedikamente, die so etwas auslösen. Aber dann ist es doch von Übel zu verbreiten, dass daran die THS schuld wäre!

Ganz genauso ist es mit den anderen Süchten, von denen die Rede ist! Wenn nicht schon mit den Medikamenten vor so einer Operation der Grundstein dazu gelegt wird, dann kommt es auch nicht dazu, behaupte ich jetzt genauso wie diejenigen, die der THS daran Schuld geben.

Das trifft genauso auf Patienten zu, die nach so einer Operation depressiv werden. Jeder Mensch ist nun mal anders, also reagiert auch jeder anders auf eine bestimmte Situation, in der er sich befindet.

Wer in Hochstimmung ist, weil er plötzlich wieder Laufen und sich bewegen kann als hätte es nie Einschränkungen in dieser Hinsicht gegeben und dann kommt mal ein Tag dazwischen, wo man nur steif ist, sich nicht waschen, nicht selber eine Toilette aufsuchen kann, wo man nur im Rollstuhl vorwärts kommt und das nicht mal allein, was glaubt ihr denn, wieviel das an Kraft kostet, um hier nicht in ein tiefes Loch zu fallen?

Ihr könnt mir glauben, da wieder herauszukommen, ist wirklich mit das Allerschwerste nach so einer OP.

Wenn man jetzt denkt - alles umsonst, die ganze Schinderei mit der OP, die ganzen Voruntersuchungen, die ganzen Medikamentenentzüge in Vorbereitung für die OP, alles nicht wahr, was ich mir davon versprochen habe - dann wird es wirklich sehr, sehr schwer, hier einer Depression zu entgehen.

Aber um sich hier wenigstens halbwegs sicher zu sein, dass diese Entscheidung für die OP die richtige war, bedarf es keiner Unkenruferei und vor allem auch nicht ständig wiederholter Aufrufe, immer nur an die schlechteren Auswirkungen zu erinnern, Auswirkungen, die schon vor dieser OP begründet sind und die mit Hilfe der Neurologen erst gar nicht zu wachsen brauchen, denen man seine eigene Persönlichkeit entgegensetzen kann.

Nachtrag:

Diesen Beitrag habe ich ins Forum von PAol und auch in den Blog von chronisch-leben geschrieben und ich habe geglaubt, da dieses Thema sehr, sehr viele Parkinson-kranke interessiert und auch sehr viele kontrovers diskutieren, damit eine lebhafte Diskussion zu entfachen.

Aber, das habe ich mir auch nur so gedacht! Nicht einmal diejenigen, die mich in diesem Forum am liebsten von hinten sähen, melden sich, um mich zu verdammen!

Seltsam, vielleicht Nichtachtung? Oder aber Friede-Freude-Eierkuchen? Oder habe ich zu langweilig geschrieben? Oder halten sich hier einige zurück bzw. lesen die meisten diese Beiträge gar nicht mehr, sondern interessieren sich nur noch für die Spalten Schwarzes Brett und Treffen?

Sicher, da wird es demnächst ein Treffen geben, auf dem diese Problematik diskutiert werden wird.

Aber, irgendwo las ich hier, die Teilnahme wäre begrenzt, alle können also sowieso nicht mit dabei sein, um ihre Diskussionen dort loszuwerden.

Doch wozu soll ich mir da Gedanken machen, es wird schon irgendjemand von den "eingeschleiften" Paolis mal irgendwann genau dieses Thema aufgreifen und dann werde auch ich Antworten bekommen.

Woher ich das weiß? Das war bisher immer so!

Aber bitte, dieses hier ist eine Sache, über die ich wirklich nicht diskutieren werde.