1.2.Wirkungen und Auswirkungen

Wirkungen und Auswirkungen

20.04.2010

1. Wirkungen und Auswirkungen

Diese Aussage trifft zunächst voll ins Schwarze:
Wenn jemand nicht unmittelbar von dieser Krankheit betroffen ist,
könnte er vielleicht zu dem Schluss kommen, naja, das bissel Zittern,
auch wenn es manchmal mehr als nur ein bissel ist, was ist das schon groß!

Diese Ansicht habe ich schon öfters wiederlegen müssen,
Getan habe ich es immer nach meinem Kenntnisstand, der auf ganz persönlichen Erfahrungen beruht, ich wäre aber sehr froh, wenn es nicht wirklich so eine "ausgeboofte" Krankheit wäre.

Ich möchte damit nicht ausdrücken, dass es keine andere Krankheit gibt, die schlimmer wäre als unsere, oh nein, aber nach meinem Dafürhalten ist dies eine der hinterhältigsten, weil "unlogischste" Krankheit, die man sich denken kann!


Beispiel: Bevor eine Diagnose erstellt werden kann, wird man meistens
jahrelangen "falschen" Therapien ausgesetzt, ehe die Symptome sich
zuordnen lassen. Bekommt man dann Medikamente, so wirken diese
(sobald der Neurologe die speziellen, gut wirkenden für den jeweiligen Patienten) in den ersten Jahren meistens so gut, dass man vielen diese Krankheit weder ansieht noch anmerkt.


Das Fatale dabei sind die Nebenwirkungen! Diese Medikamente sind äußerst stark und müssen trotzdem ständig höher dosiert werden, damit es dem Patienten halbwegs gut geht.

So kommt es neben anderen Unverträglichkeiten im Laufe der Zeit zu starken Schwankungen, Fluktuationen genannt Offs und Ons!

Das bedeutet bei mir z. B., dass ich häufige und krasse Wechsel von Überbeweglichkeit zu völligem Steifsein habe, und dies passiert oft von einem Moment zum anderen!

Wenn ich die Wohnung verlasse, sehen mich meine Nachbarn oftmals "ordentlich" und "normal" , wenn auch immer mit zwei Nordic-Walking-Stöcken laufen,

komme ich eine Stunde später zurück, sehen sie mich genausooft nur noch ganz langsam, nach vorn gebeugt mit schlurfenden Schritten, die immer kleiner werden und bei denen die Füße kaum vom Boden abheben, wieder in meiner Wohnung verschwinden.


Spätestens, wenn einem all diese Dinge schon einmal in Gesellschaft
widerfahren sind, möchte man sich am liebsten verstecken, denn die Reaktionen auf derartiges sind nicht gerade aufbauend, sie reichen
vom Ignorieren bis zu offener Ablehnung mit Bekundungen,

dass sie sich durch solche körperlichen Reaktionen gestört und abgestoßen fühlen

und dass wir ja wohl Rücksicht nehmen könnten und zu Hause bleiben, wenn wir uns nicht "im Griff haben!"

Und viele von uns ziehen sich dann auch zurück, gehen immer weniger in die Öffentlichkeit, verstecken sich, weil sich fast jeder irgendwann mal schämt, soviel Aufmerksamkeit auf sich zu le

Folge:

Kaum noch soziale Kontakte, wenig Bewegung, sehr schneller körperlicher und geistiger Abbau, sich in sich selbst zurückziehen, sich nicht mehr mitteilen


- Auslösen von leichten bis sehr schweren Depressionen, ständiges
Schwächegefühl und Schwindel - Gleichgewichtsstörungen -
Stürze - blaue Flecken - Knochenbrüche - Liegen - noch schwächer werden - dahinsiechen - ein teuflischer Kreislauf!

Ganz wichtig sind deshalb in jedem Fall menschliche Bindungen,
egal ob Familie, Freunde oder SHG, solange man sich nicht alleingelassen fühlen muss, findet man immer einen wieder einen Ausweg!