4.6. Sir James zurück?

30.01.20

Natürlich hast du deine Tür wieder weit geöffnet und natürlich hat sich Sir James wieder eingeladen gefühlt, nutzt er doch jede Kleinigkeit, seine Macht zu intensivieren, er weiß zu genau um unsere Schwächen und eines kann man ihm nicht nachsagen, nämlich, dass er schläft und das er unaufmerksam ist.

Oh nein, da, wo er sich einmal festgesetzt hat, da bleibt er auch, manchmal merkt man seine "liebevollen" Umarmungen nicht mehr oder man möchte einfach vergessen, dass da jemand ist, der sofort die Schlinge weiter zusammen zieht, lässt man sich eine Schwäche anmerken.Und es hat viele Schwächen gegeben in dieser Zeit. Hatte Sir James in den letzten Wochen doch auch noch einen eiskalten Verbündeten, den Winter mit viel Schnee und Eis. Wie oft habe ich es mir gewünscht, dass der Sir mich mal anwinselt, es ist so kalt, lass mich doch herein in die warme Stube.
War klar, er tat es nicht, sondern legte sich auf die Lauer und dann sehr sehr schwer auf meine Knochen, meine Atemwege, meinen Rücken und natürlich spielten ihm dabei meine Psyche und mein körperlicher Zustand einfach wieder mich als Ganzes in seine Hand.
Warum musste ich auch einer Freundschaft hinterher heulen und mich damit in Gedanken fertig und schwach machen.

Ach was, Elke pfeif endlich drauf, nicht mal jetzt, wo es ganz offensichtlich ist, dass du ziemlich starke Schwierigkeiten hast, dass du eventuell mal ein wenig Zuspruch gebrauchen könntest, vor allem von jemand, den du als Freund bezeichnet hast, noch nicht einmal jetzt kommt Trost, sondern nur Worte wie:

du bist ja bekloppt, du bist verbohrt, ich bin ja wohl nicht die einzige, die du hast!

Nein, zum Glück gibt es noch andere Menschen um mich herum, die helfen, die trösten und das auch ehrlich meinen und vor allem, die Verständnis aufbringen für meine Situation, andere, bei denen ich nicht immer stark sein muss, andere, die wissen, dass man nicht immer stark sein kann.

Leider habe ich mir mit meinen Gedanken über diese Freundschaft selber viel von meiner Stärke "abgeknabbert" und dazu kam dann gleich mal noch ein Infekt.
Die Antibiotika, die ich deshalb nehmen musste, verdarben mir den Magen, damit habe ich immer noch zu kämpfen. Und ich bin schwach und steif, kann mich kaum bewegen. Auch das Schreiben hier fällt mir sehr schwer.

Dazu kommt immer wieder diese Atemnot, die ich habe, seitdem der Stimulator sich in meinem Bauch befindet. Und wenn das Atmen nicht richtig klappt, klappt es mit dem Schlucken beim Essen und Trinken nicht, Sport treiben ist schwierig und oft fällt das Sprechen sehr schwer. Dazu kommen die ständigen Rückenschmerzen, dadurch werde ich noch schwächer in den Beinen.
Ob die Blaseninkontinenz dadurch noch verstärkt ist, würde ich auch zu gern wissen, es ist grad so, als hätte sich jemand drauf gesetzt und drückt immer von Neuem so stark darauf, dass das Wasser nur so gelaufen kommt, auch eine Sache, die man nicht so einfach wegstecken kann.

Wegen all dieser Unsäglichkeiten habe ich mir einen Termin in Dresden geholt. Am Montag ist es soweit und ich habe wieder soviel Hoffnung, dass mir dort geholfen wird, das eine Enttäuschung schon vorprogrammiert zu sein scheint.

Hoffentlich wollen sie nicht nur an meinem Stimulator stellen. Aber - hier ist es wirklich müßig, sich schon vorher Gedanken zu machen, spätestens am Dienstag erfahrt ihr, wie mein Termin dort gelaufen ist.