07.03.2011

THS - bedingt?

Hallo, Sir James!
Auch wenn ich dich am liebsten nie wieder aus deiner Ecke herauslassen würde, du bist nun mal etwas, was einfach zu mir gehört. Ich merke es jeden Tag, wie du deinen Druck auf mich wieder verstärkst, obwohl ich mir wünschen würde, ich könnte dich zum Teufel schicken.
Leider hast aber du etwas zum Teufel geschickt, nämlich die Euphorie, die nach der Operation bei mir vorherrschte.

Aber, verteidigen muss ich dieses Gefühl trotzdem, es ist nun mal so, dass ich nach wie vor das Empfinden habe, ich befinde mich in einem neuen Leben. Und wer bei diesem Gedanken nicht in Hochstimmung gerät, den kann ich nicht so richtig verstehen.

Viele kleine Erlebnisse haben aber aus der Euphorie wieder den Alltag hervorgekehrt, haben klar gemacht, dass nicht immer nur eitel Freude und Sonnenschein herrschen können.
Das geht los, dass ich immer noch nicht damit fertig bin, dass ich wegen einer enttäuschten Freundschaft oder das, was ich für eine Freundschaft gehalten habe, sogar mit Magenschmerzen reagiere.

Dazu kommt, dass ich ein schlechtes Gewissen gegenüber den anderen habe, ich denke einfach, ich hätte sie nicht im Stich lassen dürfen.

Obwohl, wenn ich andersrum denke, müssten zum mindestens einige von diesen anderen auch ein schlechtes Gewissen haben, denn auch wenn ich mir nach wie vor sicher bin, das Richtige getan zu haben, ich hätte gedacht, dass ich doch ein wenig mehr dazugehört hätte, aber leider, na ja, lassen wir das.

Es ist auf alle Fälle ein Beitrag dazu, dass ich wieder auf dem Boden der Tatsachen gelandet bin.
Dieser Tatsachenboden hat mir in der letzten Zeit aber auch mit Motivationslosigkeit, mit oftmals schlechter Laune - kenne ich überhaupt nicht an mir, ich war und bin sonst immer gut drauf, auch mit kleinen Ungerechtigkeiten, so kleine Stiche, die ich jetzt gern verteile, sehr zu schaffen gemacht.
Irgendjemand wollte unbedingt aufzeigen, dass sich meine Persönlichkeit verändert hätte, das sind aber alles Dinge, die ich noch für ganz normal halte und die schon wieder im Vergehen sind. Also - Persönlichkeitsveränderung hin oder her, es wird nicht lange dauern, dann bin ich wieder die Alte.
Nein, geht ja gar nicht! Um die "Alte" zu sein, müsste ich wenigstens andeutungsweise noch meine alte Figur haben. Leute, ich habe immer gedacht, ich bin nicht eitel!

Pustekuchen! Ich hätte niemals gedacht, dass mich ein paar Kilo mehr auf den Rippen einesteils so in Rage und andererseits in sowas von am Boden zerstört sein versetzen können. Ich mag schon gar nicht mehr in den Spiegel schauen.

Aber, was mir dabei am meisten zu schaffen macht, ist, dass ich immer weniger an Luft bekomme. Der Stimulator fühlt sich immer an wie nach oben gegen die Rippen gerutscht und wenn ich nicht immer dasitze als hätte ich einen Stock verschluckt, dann macht mir die Atemnot tüchtig zu schaffen.

Ich hoffe ganz sehr, dass hier bald etwas gemacht werden kann, denn angenehm ist das nicht.
Beim Durchlesen dieser Zeilen könnte der Eindruck entstehen, na, jetzt sieht sie diese ganze Situation doch ziemlich negativ.
Für alle, die mir gut gesonnen und für alle, die mir die Pest an den Hals wünschen, ich bin immer noch ein glücklicher Mensch, denn bei allen unmisslichen Kleinigkeiten, mir geht es nach wie vor immer noch wesentlich besser als vor dieser OP.

Wer es nicht glauben will, frage meinen Sir James!