Und immer kommt es anders ...


06.01.2014

Und immer kommt es anders - Teil 2 ".

Leider komme ich erst heut dazu, meine "Geschichte" fortzusetzen.
Also, nach der Entlassung aus dem Klinikum Dresden war ich bei meiner Hausärztin und meiner Orthopädin, die, zumindest in diesem Fall, wesentlich mehr Sachverstand aufbrachten, als die Herren Doktoren der Uniklinik Dresden, Fachbereich Orthopädie.

Da meine Orthopädin im Chemnitzer Bethanien-krankenhaus Belegbetten hat und sie selber früher dort arbeitete, hatte sie die Absicht, mich dort einzuweisen. Leider hätte ich da aber noch 14 Tage warten müssen, bis man ein Bett für mich hätte. Und hier kommt meine Hausärztin auf den Plan! Sie wollte helfen und mich endlich mal wieder schmerzfrei sehen. Sie nahm Verbindung zum Krankenhaus in Döbeln auf und erreichte, dass ich zwei Tage später dort stationär behandelt werden konnte.

Die Behandlung, die neben Physiotherapie, Fango-packungen und Stromanwendungen am meisten geholfen hat, war eine PNT-Spritze unter CT, auf gut deutsch heißt das, eine Kortisonspritze in das Segment der Lendenwirbel-säule, genau dorthin gespritzt, wo sie am meisten wirken sollte.
Die erste Spritze brachte eine Erleichterung, die Schmerzen waren etwas weniger geworden und ich konnte zumindest mit dem linken Fuß wieder auftreten ohne das Gefühl zu haben, dass ich vor Schmerzen gleich in die Luft gehen würde.

Am nächsten Tag sollte ich die zweite Spritze bekommen, jedenfalls war ich vorher schon sehr aufgeregt, denn das Spritzen tut zwar nicht sehr weh, aber der Druck in den Gefäßen ist sehr unangenehm und letztendlich schmerzt es dann doch.

Die ganze Aufregung verursachte, dass mein Blutdruck in die Höhe schoss und es kam zu einem kleinen Anfall mit schlecht Luft bekommen, wahnsinnigem Zittern, der ganze Körper war in Bewegung!

Bei all dem hatte ich das taube Gefühl in meinem linken Bein völlig in eine äußerste Schublade gesteckt, wollte zwischendrin aufstehen und auf die Toilette gehen.

Aber, hier wollte ich die Rechnung "ohne den Wirt machen"! Bei dem ersten Schritt, den ich versuchte, sackte ich mit dem ganzen Körper weg und mein Rücken machte Bekanntschaft mit meiner Bettkante, den blauen Fleck hatte ich trotz sorgfältiger Pflege noch wochenlang.

Alles in allem, trotzdem die Schmerzen immer noch ziemlich stark waren, wurde ich schließlich entlassen und die Ärzte versicherten mir, dass es Zeit brauche, bis mein Schmerzgedächtnis das alles vergessen könnte, mit anderen Worten, ich könnte nicht erwarten, dass sie überhaupt einmal ganz verschwinden werden.

So versuchte ich mich, mit dem Rest abzufinden, aber das war auch ziemlich schwierig, denn jeden Tag erwarteten mich stärkere Schmerzen.

Natürlich wurden die Parkinsonsymptome davon nicht besser, ich konnte jeden Tag schlechter laufen und ich war fast den ganzen Tag über ganz entsetzlich steif.

Eine äußerst unangenehme Sache, denn mit der Zeit ging mir dadurch die Motivation für alles, was ich vorher so gern gemacht hatte, verloren.

Das begann beim Töpfern - vorher hatte ich gedacht, ohne jeden Tag zu töpfern geht gar nichts! Aber- jetzt musste ich feststellen, dass mir jegliche Lust am Arbeiten mit Ton fehlte, genauso wie die Konzentration.

Ich konnte weder eine längere Zeit sitzen, noch stehen und wenn ich zu hören bekam: dann leg dich doch endlich mal hin, dann überkam mich ein kaltes Grausen, denn im Liegen waren die Schmerzen fast noch stärker als sonst.

Alles drehte sich nur noch darum, die Schmerzen zu unterdrücken, ich hatte das Gefühl, dass ich sonst wahnsinnig werden würde.

In dieser Zeit verschlechterten sich auch die Parkinsonsymptome und ich war froh, dass ich am 27.11.13 einen Termin in der Parkinsonambulanz in Dresden hatte, das hieß Hoffnung, meine Frau Doktor konnte mir sicher helfen.

Leider war dem nicht so. Erst müssten die Rückenschmerzen, wenn auch nicht weg, so doch erträglich sein, damit sie den Parkinson einstellen könnte.

Sie gab mir noch mit auf den Weg, dass ganz viele Patienten diesbezüglich von einer stationären konservativen Schmerztherapie profitiert hätten, wie sie von den Orthopäden in Dresden angeboten würde.

Oh nein, das Vertrauen zu den Orthopäden in der Dresdener Uniklinik ist total erschüttert und von deren Fachkompetenz halte ich auch nicht mehr viel. Also kümmerte ich mich selber und fand mich mit Hilfe meiner Orthopädin in Döbeln auf Station zu einer konservativen Schmerztherapie wieder.

Die Frau Doktor, die mich aufnahm, war sehr aufmerksam und bekam ganz schnell mit, dass die Bandscheibe in zwei Segmenten in Mitleidenschaft gezogen war.

Deshalb kam von ihr der Vorschlag, die Spritzen doch mal in dem unteren Segment anzuwenden und siehe da, mir erschien es wie ein Wunder - schon nach der ersten Spritze ins untere Segment waren die Schmerzen so wunderbar erträglich geworden, dass ich den ganzen Tag auf den Gängen des Krankenhauses unterwegs war und mich fragen lassen musste, ob ich Kilometergeld haben möchte.

Alles egal, nach den vielen Monaten mit Schmerzen, die kaum noch zu ertragen waren, nach all der Zeit, wo ich immer steifer und unbeweglicher wurde, war das Laufen mir ein dringendes Bedürfnis.

Trotz der enormen Verbesserung ging es mir nicht so gut. Ich bekam wenig Luft, die Wangenknochen verbissen sich ineinander, so dass der ganze Kiefer schmerzte und ich war nach wie vor sehr steif und alle Muskeln angespannt, sie ließen sich trotz der Freude über den Fortschritt nicht lösen und ich hatte mehr als einmal den Wunsch an die Pfleger, sie möchten doch bitte mal den Blutdruck messen, denn ich hatte ähnliche Erfahrungen gemacht, wenn mein Blutdruck in die Höhe geschossen war.

Aber - am Blutdruck lag es diesmal nicht, niemand konnte sich erklären, wo dies alles her kam.

So wurde ich am 23.12.13 nach Hause entlassen und das mit dem schönsten Weihnachtsgeschenk, das ich jemals bekommen habe - die Schmerzen, die mir über die lange Zeit fast den Verstand geraubt hatten, waren sehr erträglich geworden.

Jetzt kann Weihnachten werden - dachte ich.

Da ich mich trotzdem überhaupt nicht wohl fühlte und dafür nach Ursachen suchte, legte ich unter anderem mein Patienteneinstellungsgerät an meinen Stimulator an, um die Werte zu messen.

Das Gerät zeigte mir ein Symbol an, dass ich überhaupt noch nicht gesehen hatte! Also nachgeschaut und dann Aufregung, wann wird denn das mal aufhören!?

Das Gerät sagte mir, dass die Batterie meines Stimulators fast leer wäre. Ich verstand die Welt nicht mehr, 2010 habe ich die Tiefenhirnstimulation bekommen, damals wurde mir gesagt, das hält 5 bis 7 Jahre, verdammt, wird man denn immer nur belogen und betrogen?

Da ich nicht wusste, was passieren könnte, außer dass meine Parkinsonsymptome vielleicht verstärkter auftreten, rief ich in der Neurochirurgie in Dresden an.

Ich war unruhig und bei dem Gespräch mit dem dienst-habenden Arzt verstärkte sich dieses Gefühl, bis ich sagte, ich wäre in 1 ½ Stunden da, denn er hatte sich inzwischen dazu herabgelassen, mir ein Bett in der Neurochirurgie anzubieten, wenn ich mir denn Sorgen machte.

Laut seiner Aussage war das zwar nicht notwendig, denn ich könnte mit diesem Zustand der Batterie noch monatelang zu Hause bleiben.

Aber ich wollte, dass ein Neurologe, der davon Ahnung hatte, ein Messgerät an meinen Stimulator hält und mir dann genau sagen kann, wie viel "Saft" wirklich noch auf der Batterie wäre.

Also, auf nach Dresden, mein Leben sorgt schon dafür, dass es wenigstens nicht langweilig wird.

Kurz gesagt, ich bin also am 24.12.13 nachts dort eingerückt und war am 03.01.14 wieder zu Hause.
Über den Zwischenzeitraum später mehr!

06.01.2014

Und immer kommt es anders - Teil 2 ".

Leider komme ich erst heut dazu, meine "Geschichte" fortzusetzen.
Also, nach der Entlassung aus dem Klinikum Dresden war ich bei meiner Hausärztin und meiner Orthopädin, die, zumindest in diesem Fall, wesentlich mehr Sachverstand aufbrachten, als die Herren Doktoren der Uniklinik Dresden, Fachbereich Orthopädie.

Da meine Orthopädin im Chemnitzer Bethanien-krankenhaus Belegbetten hat und sie selber früher dort arbeitete, hatte sie die Absicht, mich dort einzuweisen. Leider hätte ich da aber noch 14 Tage warten müssen, bis man ein Bett für mich hätte. Und hier kommt meine Hausärztin auf den Plan! Sie wollte helfen und mich endlich mal wieder schmerzfrei sehen. Sie nahm Verbindung zum Krankenhaus in Döbeln auf und erreichte, dass ich zwei Tage später dort stationär behandelt werden konnte.

Die Behandlung, die neben Physiotherapie, Fango-packungen und Stromanwendungen am meisten geholfen hat, war eine PNT-Spritze unter CT, auf gut deutsch heißt das, eine Kortisonspritze in das Segment der Lendenwirbel-säule, genau dorthin gespritzt, wo sie am meisten wirken sollte.
Die erste Spritze brachte eine Erleichterung, die Schmerzen waren etwas weniger geworden und ich konnte zumindest mit dem linken Fuß wieder auftreten ohne das Gefühl zu haben, dass ich vor Schmerzen gleich in die Luft gehen würde.

Am nächsten Tag sollte ich die zweite Spritze bekommen, jedenfalls war ich vorher schon sehr aufgeregt, denn das Spritzen tut zwar nicht sehr weh, aber der Druck in den Gefäßen ist sehr unangenehm und letztendlich schmerzt es dann doch.

Die ganze Aufregung verursachte, dass mein Blutdruck in die Höhe schoss und es kam zu einem kleinen Anfall mit schlecht Luft bekommen, wahnsinnigem Zittern, der ganze Körper war in Bewegung!

Bei all dem hatte ich das taube Gefühl in meinem linken Bein völlig in eine äußerste Schublade gesteckt, wollte zwischendrin aufstehen und auf die Toilette gehen.

Aber, hier wollte ich die Rechnung "ohne den Wirt machen"! Bei dem ersten Schritt, den ich versuchte, sackte ich mit dem ganzen Körper weg und mein Rücken machte Bekanntschaft mit meiner Bettkante, den blauen Fleck hatte ich trotz sorgfältiger Pflege noch wochenlang.

Alles in allem, trotzdem die Schmerzen immer noch ziemlich stark waren, wurde ich schließlich entlassen und die Ärzte versicherten mir, dass es Zeit brauche, bis mein Schmerzgedächtnis das alles vergessen könnte, mit anderen Worten, ich könnte nicht erwarten, dass sie überhaupt einmal ganz verschwinden werden.

So versuchte ich mich, mit dem Rest abzufinden, aber das war auch ziemlich schwierig, denn jeden Tag erwarteten mich stärkere Schmerzen.

Natürlich wurden die Parkinsonsymptome davon nicht besser, ich konnte jeden Tag schlechter laufen und ich war fast den ganzen Tag über ganz entsetzlich steif.

Eine äußerst unangenehme Sache, denn mit der Zeit ging mir dadurch die Motivation für alles, was ich vorher so gern gemacht hatte, verloren.

Das begann beim Töpfern - vorher hatte ich gedacht, ohne jeden Tag zu töpfern geht gar nichts! Aber- jetzt musste ich feststellen, dass mir jegliche Lust am Arbeiten mit Ton fehlte, genauso wie die Konzentration.

Ich konnte weder eine längere Zeit sitzen, noch stehen und wenn ich zu hören bekam: dann leg dich doch endlich mal hin, dann überkam mich ein kaltes Grausen, denn im Liegen waren die Schmerzen fast noch stärker als sonst.

Alles drehte sich nur noch darum, die Schmerzen zu unterdrücken, ich hatte das Gefühl, dass ich sonst wahnsinnig werden würde.

In dieser Zeit verschlechterten sich auch die Parkinsonsymptome und ich war froh, dass ich am 27.11.13 einen Termin in der Parkinsonambulanz in Dresden hatte, das hieß Hoffnung, meine Frau Doktor konnte mir sicher helfen.

Leider war dem nicht so. Erst müssten die Rückenschmerzen, wenn auch nicht weg, so doch erträglich sein, damit sie den Parkinson einstellen könnte.

Sie gab mir noch mit auf den Weg, dass ganz viele Patienten diesbezüglich von einer stationären konservativen Schmerztherapie profitiert hätten, wie sie von den Orthopäden in Dresden angeboten würde.

Oh nein, das Vertrauen zu den Orthopäden in der Dresdener Uniklinik ist total erschüttert und von deren Fachkompetenz halte ich auch nicht mehr viel. Also kümmerte ich mich selber und fand mich mit Hilfe meiner Orthopädin in Döbeln auf Station zu einer konservativen Schmerztherapie wieder.

Die Frau Doktor, die mich aufnahm, war sehr aufmerksam und bekam ganz schnell mit, dass die Bandscheibe in zwei Segmenten in Mitleidenschaft gezogen war.

Deshalb kam von ihr der Vorschlag, die Spritzen doch mal in dem unteren Segment anzuwenden und siehe da, mir erschien es wie ein Wunder - schon nach der ersten Spritze ins untere Segment waren die Schmerzen so wunderbar erträglich geworden, dass ich den ganzen Tag auf den Gängen des Krankenhauses unterwegs war und mich fragen lassen musste, ob ich Kilometergeld haben möchte.

Alles egal, nach den vielen Monaten mit Schmerzen, die kaum noch zu ertragen waren, nach all der Zeit, wo ich immer steifer und unbeweglicher wurde, war das Laufen mir ein dringendes Bedürfnis.

Trotz der enormen Verbesserung ging es mir nicht so gut. Ich bekam wenig Luft, die Wangenknochen verbissen sich ineinander, so dass der ganze Kiefer schmerzte und ich war nach wie vor sehr steif und alle Muskeln angespannt, sie ließen sich trotz der Freude über den Fortschritt nicht lösen und ich hatte mehr als einmal den Wunsch an die Pfleger, sie möchten doch bitte mal den Blutdruck messen, denn ich hatte ähnliche Erfahrungen gemacht, wenn mein Blutdruck in die Höhe geschossen war.

Aber - am Blutdruck lag es diesmal nicht, niemand konnte sich erklären, wo dies alles her kam.

So wurde ich am 23.12.13 nach Hause entlassen und das mit dem schönsten Weihnachtsgeschenk, das ich jemals bekommen habe - die Schmerzen, die mir über die lange Zeit fast den Verstand geraubt hatten, waren sehr erträglich geworden.

Jetzt kann Weihnachten werden - dachte ich.

Da ich mich trotzdem überhaupt nicht wohl fühlte und dafür nach Ursachen suchte, legte ich unter anderem mein Patienteneinstellungsgerät an meinen Stimulator an, um die Werte zu messen.

Das Gerät zeigte mir ein Symbol an, dass ich überhaupt noch nicht gesehen hatte! Also nachgeschaut und dann Aufregung, wann wird denn das mal aufhören!?

Das Gerät sagte mir, dass die Batterie meines Stimulators fast leer wäre. Ich verstand die Welt nicht mehr, 2010 habe ich die Tiefenhirnstimulation bekommen, damals wurde mir gesagt, das hält 5 bis 7 Jahre, verdammt, wird man denn immer nur belogen und betrogen?

Da ich nicht wusste, was passieren könnte, außer dass meine Parkinsonsymptome vielleicht verstärkter auftreten, rief ich in der Neurochirurgie in Dresden an.

Ich war unruhig und bei dem Gespräch mit dem dienst-habenden Arzt verstärkte sich dieses Gefühl, bis ich sagte, ich wäre in 1 ½ Stunden da, denn er hatte sich inzwischen dazu herabgelassen, mir ein Bett in der Neurochirurgie anzubieten, wenn ich mir denn Sorgen machte.

Laut seiner Aussage war das zwar nicht notwendig, denn ich könnte mit diesem Zustand der Batterie noch monatelang zu Hause bleiben.

Aber ich wollte, dass ein Neurologe, der davon Ahnung hatte, ein Messgerät an meinen Stimulator hält und mir dann genau sagen kann, wie viel "Saft" wirklich noch auf der Batterie wäre.

Also, auf nach Dresden, mein Leben sorgt schon dafür, dass es wenigstens nicht langweilig wird.

Kurz gesagt, ich bin also am 24.12.13 nachts dort eingerückt und war am 03.01.14 wieder zu Hause.
Über den Zwischenzeitraum später mehr!