Was ist für mich Lebensqualität?


Lebensqualität - was ist das für dich?

Lebensqualität ist für mich zunächst ein Begriff, der sehr subjektiv behaftet ist.

Jeder einzelne von uns hat schon einmal Gedanken daran "verschwendet", hat nachgedacht über sein Leben, hat sich vorgestellt, wie sein Leben wohl verlaufen wäre, hätte er/sie das so und nicht anders gemacht, hätte er/sie an diesem oder jenem Scheideweg die andere Richtung gewählt.
Unsere Vorstellungskraft steigert sich diesbezüglich ins Unermessliche, schon weil es sehr viele Dinge gibt, von denen wir uns angezogen fühlen, die wir unbedingt in den Begriff Lebensqualität mit einbeziehen möchten.
Für die allermeisten von uns heißt Lebensqualität, sich etwas, seinem Lebensniveau entsprechend, leisten zu können.

Das sind in erster Linie eine bezahlbare Wohnung, das tägliche Essen auf dem Tisch und alles andere, das man unter die Grundbedürfnisse einordnen kann, auch ein gutes Buch lesen, für die Familie da sein, sich selber motivieren, um seinen täglichen Bedürfnissen zur Gesunderhaltung des Körpers nachzukommen, aber auch, sich um andere außerhalb der Familie zu kümmern, beispielsweise in einer Selbsthilfegruppe oder durch Besuche in Alten-, Pflegeheimen, Kliniken und dergleichen mehr.
Lebensqualität ist für mich auch "mein Funktionieren"!
Vor der Tiefenhirnstimulation konnte von Funktionieren keine Rede mehr sein. Ich habe wie wild um mich geschlagen und gezappelt, dazu kamen die ständigen Offs und Ons.

Zu der Zeit habe ich es immer vermieden, mich in der Öffentlichkeit sehen zu lassen, ich kam mir vor wie ein Zirkusäffchen, das die Massen unterhält.
Das hat sich nach dieser OP gründlich geändert.

Ich habe einen enormen Zuwachs an Lebensfreude, Selbstbewusstsein, Motivation, mir selbst und anderen zu helfen, erfahren.

Und ich bin zufrieden mit dem Ergebnis dieser OP, auch wenn es Kleinigkeiten gibt, von denen ich sage, knapp 2 Jahre nach dieser Tiefenhirnstimulation darf sich das noch nicht wieder so bemerkbar machen.

Deshalb, und auch das ist für mich ein Zeichen von Lebensqualität, lasse ich die Ärzte außen vor, von denen ich denke, sie können mir nicht helfen und gehe auf diejenigen zu, von denen ich glaube, dass sie mir die Lebensqualität, die ich nach der Tiefenhirnstimulation wieder erlangt habe, noch eine ganze Weile erhalten können.
Und noch etwas muss ich einfach hier hinzufügen, eine Userin von PAol hat mich drauf gebracht und sie hat damit völlig recht, Krankheiten haben nicht nur negative Seiten, denn dieser Morbus Parkinson hat mir Selbstvertrauen gebracht, hat mich mit verschiedenen Hobbies bedacht, die ich sehr liebe, hat mich ruhiger und überlegter gemacht und hat mein Toleranzempfinden gegenüber allem ganz wesentlich gesteigert.

Es ist schon so, muss man eine Tür zuschlagen, dann öffnet sich eine andere, man muss dafür nur offen genug sein.